Geschäftsbericht

Novartis wächst auch ohne Preiserhöhungen

18.07.2018 Der Pharmakonzern Novartis hat mit einigen neuen Medikamenten seinen Gewinn gesteigert und setzt seine Transformation fort. Preiserhöhungen in den USA sind wie beim Wettbewerber Pfizer nach Kritik von Donald Trump vorerst vom Tisch.

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Megaübernahme zum Jahresende: Astra-Zeneca übernimmt Krebsspezialisten

Novartis hat mit einigen neuen Medikamenten deutlichen Umsatz- und Gewinnzuwachs erziehlt. (Bild: avarand – Fotolia)

Besonders positiv entwickelte sich bei Novartis der Verkauf von verschreibungspflichtigen Medikamenten, auf die der Konzern sich in Zukunft konzentrieren will: Umsatz mit dem Schuppenflechte-Medikament Cosentyx wuchs im zweiten Quartal 2018 um 40 %, beim Herz-Medikament Entresto waren es sogar 113 %. Die Krebs-Sparte legte um 10 % zu. Insgesamt verzeichnet der Pharmakonzern einen um 7 % gestiegenen operativen Gewinn in Höhe von 3,54 Mrd. US-Dollar bei einem Umsatzplus von 5 % auf 13,2 Mrd. US-Dollar. Der angekündigte Börsengang der Augenheilsparte Alcon ist mit der Zustimmung der Aktionäre ebenfalls auf Kurs und soll die Umwandlung des Konzerns vorantreiben. Der Rückzug aus einem Joint Venture im Bereich Consumer Healthcare ist mit dem Verkauf der Anteile an den Partner GSK bereits abgeschlossen.

Keine neuen Antibiotika, keine höheren Preise

Teil der Veränderungen ist auch, dass Novartis sich aus der Antibiotika-Forschung zurückziehen will. Der Bereich ist mit langen Forschungs- und Entwicklungszeiträumen sowie geringen prognostizierten Verkäufen für große Pharmakonzerne nicht mehr attraktiv: Aus Furcht vor Resistenzbildung bei multiresistenten Erregern werden neue Antibiotika zunächst als Reservemittel zurückgehalten, was die Verkaufszahlen bei Markteinführung niedrig hält.

Mit einer Entscheidung folgte der Pharmakonzern außerdem dem Konkurrenten Pfizer. Dieser hatte nach Kritik durch US-Präsident Trump zunächst darauf verzichtet, in den USA seine Preise für rund 100 Medikamente wie geplant zu erhöhen. Trump hatte kritisiert, die Pharmakonzerne würden „sich auf Kosten armer Menschen Vorteile verschaffen“. Pfizer hatte daraufhin beschlossen, die angekündigten Reformen des amerikanischen Gesundheitssystems abzuwarten und die durchschnittliche Preiserhöhung von 9 % aufzuschieben. (ak)

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