Sicher geschützt vor gefährlichen Stäuben

P+F Produktfokus Containment-Systeme und Staubfilter

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08.10.2020 Produktschutz oder Schutz für das Bedienpersonal - Containmentsysteme erfüllen diese Anforderung in beiden Richtungen. Dazu kommen Filtersysteme, die gefährliche Stäube dort sammeln, wo sie für die Bediener ungefährlich sind. Unser Produktfokus zeigt die jüngsten Entwicklungen.

1 Pink Vakuum-Trockenschrank

Bild: Pink

Vakuum-Trockenschrank mit Isolator und Drucknutsche

Der Vakuum-Trockenschrank VSD mit Isolator und Drucknutsche von Pink ist ein Containment-System für kontaminationsfreies, sicheres Trocknen von HAPI-Produkten. Die Kombination ermöglicht die Vorfiltrierung flüssiger Produkte vor dem eigentlichen Trocknungs-
prozess und optimiert damit die Arbeitsabläufe. Das GMP-gerechte System verfügt über eine Haupt- und Schleusenkammer, RTPs zum Ein-/ Ausschleusen des Produkts, einen integrierten Vakuum-Trockenschrank VSD sowie ein Wägesystem und Siebmühlen. Der Bediener oder das Produkt sind jederzeit vollständig geschützt. Für Anwendungen, bei denen die Befüllung und Filtrierung des Produkts außerhalb des Isolators erfolgen soll, wurde zudem eine mobile Drucknutsche zum kontaminationsfreien Andocken konzipiert.

2 Engelsmann-JEL-SmartCon-ES-762x1024

Bild: Engelsmann

Containment-System für Big Bag-Entleerung

Schüttgutexperte J. Engelsmann hat ein Anschluss-
system entwickelt, mit dem Big Bags unter Containment-Bedingungen bis OEB 4 einfach und sicher entleert werden können. Der Bediener selbst muss dabei nur wenige Handgriffe durchführen, da der Entleerprozess weitestgehend automatisiert ist.

Mit dem Anschlusssystem JEL Smartcon ES können bei der Big Bag-Entleerung nur noch unbedenkliche, kaum messbare Mengen an Produktpartikeln in die Anlagenumgebung entweichen. Das Anschlusssystem kann bis zu einem Containment-Level von OEB 4 eingesetzt werden, was einer Partikelkonzentration in der Anlagenumgebung von weniger als 10 μg/m3 entspricht. Bei der Entwicklung des Anschlusssystems standen drei Aspekte im Vordergrund: Die Aufrechterhaltung des Containments, die einfache und sichere Bedienbarkeit sowie ein möglichst schneller Gebindewechsel. Eine Besonderheit ist die optional erhältliche Dichtigkeitsprüfung, mit der Bediener den neu eingespannten Big Bag-Auslauf auf Dichtigkeit und Schäden prüfen können. Erst wenn der Drucktest bestanden ist, kann der Produktfluss initiiert werden. Nach der Entleerung wird der Auslauf mit speziellem Verschlusswerkzeug abgebunden und getrennt. Ist der nächste Big Bag in die Station eingebracht und sicher im Entleermodul eingespannt, kann der abgebundene Auslaufstutzen des vorherigen Big Bags über den frontseitigen Eingreifstutzen mit Endlosfoliensystem sicher ausgeschleust werden. Während des gesamten Entleerprozesses wird der Bediener durch eine intuitive Systemsteuerung unterstützt, die die nächsten Arbeitsschritte vorgibt und nur in der richtigen Reihenfolge zulässt. Ein Bruch des Containments durch Bedienfehler ist somit nahezu ausgeschlossen.

3 Vesch 3_OEB5-Kompaktentstauber.png

Bild: Vesch

Entstaubung in der Tablettenproduktion

State-of-the-Art-Tablettenpressen und Kapselfüller, sowie auch Peripheriegeräte wie Filteranlagen, sind zur Reinigung mit immer komplexeren und effektiveren WIP-, CIP- oder Wetting-Systemen ausgestattet. Doch die Rohrleitung findet kaum Beachtung. Hunderte Meter Rohrleitung werden aus diesem Grund selten oder gar nicht gereinigt. In Kombination mit häufig zu langsamen Strömungsgeschwindigkeiten oder bei der Auslegung nicht ausreichend berücksichtigten Rohrbögen und Ähnlichem, bilden sie regelrechte Sammelbecken mit Mixturen unterschiedlicher Wirkstoffe. Durch die Platzierung der Filteranlage direkt an der Absaugstelle können die Rohrleitungen oder Schläuche unter kontrollierten Bedingungen demontiert und gereinigt werden. Auch die Auslegung ist deutlich einfacher. Hinter der dezentralen Anlage fließt nur noch saubere Luft, und es gibt keine besonderen Strömungsgeschwindigkeiten einzuhalten, was zusätzlich eine akustische Entlastung bringt.

Staubbeladene Luft sollte dagegen stets mit einer Geschwindigkeit von mindestens 20 m/s gefördert werden, um Ablagerungen zu vermeiden. Jedoch bedeutet eine so hohe Geschwindigkeit enorme Druckverluste in den Rohrleitungen von der Tablettenpresse zur Filteranlage. Es kommt hierbei auf jeden Meter und jeden Bogen an. Durch die Platzierung einer GMP-konformen und vor allem kompakten Filteranlage direkt an der Presse können die Reibungsverluste auf ein Minimum reduziert werden.

4 Het-Ring

Bild: HET Filter

Staubfrei umfüllen

HET Filter hat einen Absaugring zur sicheren Staub-erfassung bei Abfüll- oder Umfüllprozessen entwickelt, der einfach auf den jeweiligen Behälter aufgesetzt wird. Der Absaugring wird einfach auf den Behälter aufgesetzt. Anschließend wird ein Luftschlauch angesteckt und schon kann mit dem Umfüllen begonnen werden. Durch den Luftstrom und die Konstruktion des Absaugrings bildet sich ein Luftvorhang über dem Trichter. So bleibt ein Großteil des aufgewirbelten Staubs im Innern des Behälters. Sollte es doch einmal vorkommen, dass Staub aus dem Behälter aufsteigt, wird dieser Staub direkt über dem Behälter abgesaugt und innerhalb des Absaugrings gesammelt.

Das Gerät kann für Pulver und Granulate eingesetzt werden. Mit einem optionalen Adapter lässt sich der Absaugring auf jede beliebige Behältergröße anpassen. Das Verfahren reduziert die Staubexposition für Mitarbeiter und verringert so die gesundheitliche Belastung. Dadurch, dass weniger bzw. kein Staub mehr aufgewirbelt wird, kann das Umfüllen auch in explosiongefährdeter Umgebung durchgeführt werden, da die Konzentration des Staubs in der Luft gering gehalten wird. Für diesen Fall bietet der Hersteller eine Variante an, die für den Einsatz bis in Ex-Zone 0 ausgelegt ist. Am Ende des Umfüllprozesses kann der eingesaugte Staub einfach entsorgt oder rückgewonnen werden, da sich der Absaugring über einen Bajonettverschluss ohne zusätzliches Werkzeug leicht demontieren und öffnen lässt.

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Bild: Camfil

Filtergehäuse für hochsensible Bereiche

Für hochsensible Einsatzfelder wie Operationssäle oder Laboratorien und in der pharmazeutischen Forschung hat Camfil das Schwebstofffilter-Auslassgehäuse Clean Seal entwickelt, dass sich individuell auf die jeweilige Anforderung und Umgebung anpassen lässt.

Hochwertige Schwebstofffilter im Gehäuse sichern als endständige Filterstufe neben wirtschaftlichen und umweltspezifischen Vorteilen einen Schutz vor Schwebstoffen wie Aerosolen, Stäuben, Viren und Bakterien aus der Zu- und Abluft. Dank einer speziellen Haltevorrichtung und dem klappbaren Auslassgitter lassen sich die Hepa-Luftfilter leicht montieren. Die gesamte Filterfläche ist frei zugänglich, um auch Messungen im eingebauten Zustand problemlos zu ermöglichen. Da der Filterwechsel einfach und ohne Werkzeug erfolgt, ist das Risiko der Beschädigung des Filters minimiert. Aufgrund seiner kompakten Bauweise lässt sich das Filtergehäuse problemlos in herkömmliche Deckensysteme integrieren – auch niedrige Deckenhöhen, Zwischendecken und Rasterdecken sind geeignet.

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Bild: Camfil

Staubabscheider bis Filterklasse H13

Besonders im Umfeld von Arbeitsplätzen und Fertigungsstraßen sollen die im Produktionsprozess entstandenen Stäube abgefiltert und die gereinigte Luft wieder der Umgebungsluft zugeführt werden. Pharmazeutische Herstellungsanlagen, in denen hohe Konzentrationen an feinem, gefährlichem, brennbarem und explosivem Staub anfallen, benötigen Staubabscheider, die sicher, effizient und einfach zu warten sind.

Mit seinen Staubabscheidern der Serie Quad Pulse Package (QPP) bietet Camfil hierzu auf die jeweilige Anforderung zugeschnittene Staubabscheider-Lösungen. Im Mittelpunkt dieser Entstaubungsanlagen steht die Filterpatrone mit der Camfil Pleat-Technologie und ein breites Portfolio an Hepa-Filtermedien bis Filterklasse H13. Sie ermöglicht ein besonders effizientes Durchströmen der gesamten Filterfläche, was die Luftdruckdifferenz minimiert und damit merklich Energie einspart.

Nach dem QPP1 mit einer Filterpatrone bietet der Hersteller auch den QPP2 mit zwei Filterpatronen an. Dieser Staubabscheider ist für einen höheren Betriebsvolumenstrom einsetzbar. Er ist speziell für den Einsatz in der pharmazeutischen Industrie im Bereich der Feststoffdosierungsanwendungen einschließlich Tablettierung, Abfüllung, Beschichtung, Granulierung, Trocknung, Mischung, Vermengung, Verpackung und Zentralvakuum konzipiert. Der QPP2 bietet Explosionsschutz gemäß der NFPA- und Atex-Richtlinien. Das druckstoßfeste Gehäuse hält Explosionen stand und bleibt dabei unbeschädigt. Er kann ein Explosionsereignis sicher eindämmen, ohne dass zusätzliche, kostenintensive Sicherheitsvorrichtungen erforderlich sind.

Heftausgabe: Pharma+Food Oktober 2020
Armin Scheuermann ist Chefredakteur von Pharma+Food

Über den Autor

Armin Scheuermann ist Chefredakteur von Pharma+Food
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