Cyberangriffe auf Lebensmittelhersteller zeigen die Risiken vernetzter Produktion. Mit geeigneten Sicherheitsmaßnahmen können Anlagenbetreiber Effizienz und Cybersecurity verbinden.
Raphael VallazzaRaphaelVallazzaGründer und CEO, Endian
Die Lebensmittelbranche zählt zur kritischen Infrastruktur.Endian SRL
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Entscheider-Facts:
Die Lebensmittelindustrie profitiert von vernetzten Produktionsanlagen und digitalen Prozessen.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Cybersecurity und Compliance.
Netzwerksegmentierung, sicherer Fernzugriff, Zero Trust und digitale Souveränität schützen vernetzte Produktionsumgebungen.
Laut einer Prognose der Vereinten Nationen sollen bis zum Jahr 2050 rund 9,7 Mrd. Menschen auf der Erde leben, das entspricht einem Zuwachs von rund 18 % gegenüber heute. Diese Entwicklung wird auch die Nachfrage nach Lebensmitteln steigern. Für die Lebensmittelbranche entstehen damit neue Möglichkeiten, doch zugleich verschärfen sich auch die Anforderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Produzenten sehen sich mit zunehmend strengeren Vorgaben für Lebensmittelsicherheit und -qualität konfrontiert. Dabei können Sicherheitsmängel nicht nur Folgen für den Verbraucher haben, sondern auch wirtschaftliche Auswirkungen nach sich ziehen, wie Produktrückrufe oder Produktionsausfälle. Außerdem zählt die Lebensmittelbranche zur kritischen Infrastruktur (Kritis) und damit sind auch die Anforderungen an die Informationssicherheit höher als in anderen Bereichen.
Lebensmittelindustrie profitiert von Digitalisierung
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Durch das Vernetzen der Produktion sowie der Lieferkette haben Hersteller mittlerweile eine Basis geschaffen, um Daten zu erheben. Ihre Auswertung und Analyse kann zeigen, wo Optimierungspotenzial schlummert, sowohl für die Sicherheit als auch für die Wirtschaftlichkeit.
Doch die Digitalisierung bringt noch weitere Vorteile mit sich: Über einen digitalen Fernzugriff lassen sich Maschinenwartungen durchführen, um die Anlagenverfügbarkeit zu verbessern und Engpässe in der Produktion zu vermeiden. Der Einsatz von digitalen Track- und Trace-Technologien ermöglicht eine optimierte Rückverfolgbarkeit der Produkte vom Erzeuger bis zum Verbraucher. Bei Lebensmitteln, die auf Kühlung angewiesen sind, ist ein solches Verfahren heute unerlässlich. Darüber hinaus bietet die Vernetzung den Lebensmittelproduzenten die Möglichkeit, das Einhalten von Vorschriften zu dokumentieren und Transparenz herzustellen.
Der zunehmende Vernetzungsgrad allerdings hat auch seine Nachteile. Sobald eine Maschine oder Anlage mit dem Internet verbunden ist, entsteht ein potenzielles Einfallstor für Schadsoftware. Cyberkriminalität ist deshalb weltweit auf dem Vormarsch und macht auch vor Lebensmitteln nicht halt. Im Mai 2025 sorgte ein massiver digitaler Angriff auf ein deutsches Molkereizentrum für mediale Aufmerksamkeit. Kurz zuvor war eine Brauerei von einer Ransomware-Attacke betroffen. Kriminellen war es gelungen, Daten zu verschlüsseln, um Lösegeld zu erpressen.
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Aufgrund der Bedrohungslage sind Unternehmen der kritischen Infrastrukturen verpflichtet, für Sicherheit zu sorgen. Das Kritis-Dachgesetz schreibt umfangreiche Schutzmaßnahmen vor und betrifft vor allem große Einrichtungen. Mit dem Ziel, ein vergleichbares Schutzniveau innerhalb der Staatengemeinschaft zu schaffen, hat die Europäische Union die NIS2-Richtlinie auf den Weg gebracht. Diese Richtlinie adressiert auch kleinere Betriebe, nämlich alle „wichtigen Einrichtungen“ kritischer Sektoren, sobald sie mehr als 50 Mitarbeitende oder 10 Mio. Euro Umsatz haben. Deutschland hat die Vorgaben in das NIS2-Umsetzungsgesetz überführt, das Ende 2025 in Kraft trat. Der Stichtag für die Registrierung beim BSI war der 6. März 2026.
Maßnahmen für sichere Produktionsumgebungen
Die 4i-Edge-Gateways ermöglichen eine bilaterale Datenverbindung.Endian SRL
Es gibt mittlerweile Lösungen, die sowohl für Effizienz als auch für Sicherheit sorgen. Die Secure-Digital-Platform des Cybersecurity-Herstellers Endian beispielsweise bietet die Möglichkeit, OT- und IT-Anlagen zu vernetzen, um Daten zu erheben und Fernwartungen durchzuführen. Ein mehrstufiges Sicherheitskonzept schützt alle vernetzten Dinge vor Cyberattacken. Folgende Maßnahmen helfen Unternehmen der Lebensmittelindustrie, Cybersecurity und Effizienz unter einen Hut zu bringen.
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Netzwerksegmentierung
Netzwerksegmentierung bildet die Grundlage für die Cybersicherheit in immer stärker vernetzten Umgebungen. Indem sie die Netze in kleinere Segmente unterteilt, sorgt sie dafür, dass Schadsoftware nicht von einer Anlage auf die nächste übergreifen kann. Die Unterteilung der Netze wird mithilfe von Security-Gateways umgesetzt.
Die 4i-Edge-Gateways des Cybersecurity-Herstellers sind mit mehreren, fein aufeinander abgestimmten Sicherheitsfunktionen ausgestattet und ermöglichen eine bilaterale Datenverbindung. So lassen sich Produktionsdaten sicher erfassen und auswerten, um die Anlagenverfügbarkeit zu verbessern.
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Absicherung des Fernzugriffs
Funktioniert die Datenverbindung in beide Richtungen, sind auch Fernzugriffe möglich. Für den Fall, dass einer der vernetzten Sensoren einen Fehler registriert, der eventuell zu einer Gefährdung der Lebensmittelsicherheit führt, so ist ein Überprüfen der Anlage per Fernzugriff ebenso möglich. Dabei sollte die Kommunikation per VPN verschlüsselt und abgesichert sein. Fehleranalysen, Wartungsarbeiten und Software-Updates lassen sich effizient durchführen, ohne die Produktionsumgebung zu gefährden.
Auch Zugriffsrechte zu verwalten, spielt eine entscheidende Rolle beim sicheren Fernzugriff. Über die Secure-Digital-Platform des Softwareherstellers ist eine granulare, rollenbasierte Vergabe von Zugriffsrechten möglich. So erhalten Anwender, Dienstleister oder Servicetechniker ausschließlich Zugriff auf die Systeme und Funktionen, die sie für ihre jeweilige Aufgabe benötigen. Außerdem lässt sich der Zugriff auch zeitlich begrenzen und vollständig protokollieren. Diese Möglichkeit reduziert nicht nur das Risiko von Fehlbedienung oder Missbrauch, sondern unterstützt auch dabei, regulatorische Anforderungen und Audit-Vorgaben einzuhalten.
Zero-Trust-Prinzip anwenden
Ein rollenbasierter und kontrollierbarer Fernzugriff ist auch Teil des Zero-Trust-Prinzips, wie es beispielsweise in der NIS2 verlangt wird. Dieses Prinzip beschreibt ein Sicherheitsmodell, bei dem keinem Zugriff vertraut wird, auch wenn er innerhalb eines Netzwerks stattfindet. Bevor eine Verbindung zustande kommt, müssen sich Geräte, Nutzer und Anwendungen eindeutig ausweisen. Die Secure-Digital-Platform des Cybersecurity-Herstellers erfüllt die zentralen Anforderungen moderner Zero-Trust-Architekturen und schafft eine belastbare Grundlage für sichere vernetzte Produktionsumgebungen.
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Cyberkriminalität macht auch vor Lebensmitteln nicht halt.Endian SRL
Drittanwendungen per Docker-Container einsetzen
Maschinendaten lassen sich entweder über selbstentwickelte Anwendungen auswerten oder über Software von Drittanbietern. Über Docker-Container sind solche Lösungen schnell von einem Gateway auf das nächste übertragbar. Diesen Vorgang zu automatisieren, verkürzt die Ausrollzeiten. Außerdem tragen Docker-Container auch zur IT-Sicherheit bei, weil sie komplett unabhängig voneinander funktionieren. Fällt ein Container aus, arbeiten alle anderen weiter.
Auf digitale Souveränität achten
Unternehmen sollten jederzeit die Hoheit über ihre Prozesse, Daten und Infrastruktur behalten. Vor dem Hintergrund der angespannten geopolitischen Lage ist digitale Souveränität heute wichtiger denn je. Um jederzeit selbstständig und unabhängig agieren zu können, ist ein ganzheitliches Konzept erforderlich. Die Secure-Digital-Platform wurde nach dem Prinzip Security-by-Design entwickelt, so dass Sicherheit auf jeder Entwicklungsstufe mit eingeplant ist. Außerdem ist die Plattform als On-Premises-Lösung verfügbar. Unternehmen haben damit die Wahl, wo sie die Lösung hosten wollen, entweder im eigenen Rechenzentrum, beim Systemhauspartner oder in der Cloud.
Digitale Vernetzung, Datentransparenz und Fernzugriff müssen kein Sicherheitsrisiko für Unternehmen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie darstellen. Mit der Endian Secure-Digital-Platform lassen sich moderne Produktionskonzepte umsetzen, ohne Kompromisse bei Cybersicherheit oder Compliance einzugehen.