mit Folie verpacktes Obst

Bild: rufar – AdobeStock

Microplasticatfood richtet den Fokus nun auf die zentralen Aspekte der Herstellung und Verpackung von Lebensmitteln. Im ersten Projektschritt wollen die Projektpartner die Nachweismethoden für Mikroplastik für die unterschiedlichen Produktgruppen optimieren. Danach sollen zunächst Abfüllanlagen für Getränke und Lebensmittelverpackungen aus Kunststoffen daraufhin untersucht werden, inwieweit sie zum Eintrag von Mikroplastik in Lebensmittel beitragen können. Im weiteren Verlauf des Projekts stehen Getränke, wasserlösliche Lebensmittel wie Salz und Zucker und die Oberflächen von festen Lebensmitteln, zum Beispiel von Fleisch, Wurst, Fisch, Käse oder Tofu, im Fokus. Hier wollen die Projektpartner herausfinden, ob Mikroplastikpartikel während der Verarbeitung, durch Schütt- und Abfüllanlagen oder über die Verpackungen in diese alltäglichen Nahrungsmittel gelangen.

„Von entscheidender Bedeutung ist dabei die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie“, erklärt Prof. Dr. Christian Laforsch, Leiter des Lehrstuhls Tierökologie I und Sprecher des SFB „Mikroplastik“ an der Universität Bayreuth, die an dem Projekt beteiligt ist. „Alle Beteiligten verbindet das gemeinsame Interesse, mögliche Risiken, die aus einer Belastung von Lebensmitteln mit Mikroplastik resultieren können, zu vermeiden. Je genauer wir wissen, auf welchen Wegen und in welchem Umfang Mikroplastik in Lebensmittel gelangen kann, desto wirksamere Maßnahmen zur Prävention können wir zusammen mit den beteiligten Unternehmen entwickeln.“

Verbände, Forschungspartner und 55 Unternehmen beteiligt

Das Verbundprojekt Microplasticatfood wird gemeinsam von der Industrievereinigung für Lebensmitteltechnologie und Verpackung in Deutschland und von Ecoplus, der Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich, koordiniert. Es ist Teil der Initiative Cornet (Collective Research Networking), die internationale Forschungsprojekte zugunsten kleiner und mittelständischer Unternehmen fördert. In dem Projekt kooperiert die Universität Bayreuth mit zwei weiteren Forschungspartnern, dem Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden und dem Österreichischen Forschungsinstitut für Chemie und Technik in Wien. Darüber hinaus nehmen 55 Unternehmen der Verpackungs-, Lebensmittel- und Getränkeindustrie an dem Vorhaben teil.

In enger Abstimmung mit ihren Partnern in Dresden und Wien entwickelt die Universität Bayreuth unter Leitung des Lehrstuhls Tierökologie I analytische Nachweisverfahren für Mikroplastik in Lebensmitteln. „Unsere Analyseverfahren werden wir für unterschiedliche Lebensmittelgruppen optimieren und weiterentwickeln. So werden wir unseren Industriepartnern verlässliche Daten zum etwaigen Grad der Mikroplastikbelastung ihrer Produkte und zu deren Quellen, beispielsweise den jeweiligen Produktions- und Verpackungsprozessen, liefern können. Mit diesen Ergebnissen wollen wir gemeinsam mit den Unternehmen Lösungs- und Optimierungsstrategien entwickeln“, sagt Dr. Martin Löder, der zusammen mit Prof. Dr. Christian Laforsch die Forschungsarbeiten im Projekt an der Universität Bayreuth leitet.[jg]

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