Spritze auf Herbstlaub     sharryfoto – stock.adobe.com

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Moderna gehört mit Biontech zu den Pionieren auf dem Gebiet der mRNA-basierten Impfstoffe gegen Covid-19. Nach dem Erfolg seiner Vak­zine Spikevax arbeitet das US-Biotech-Unternehmen derzeit auch an einem Impfstoff gegen Influenza, auch bekannt als die (echte) Grippe. Die Hoffnung der Forscher: Auch auf diesem Gebiet könnte die mRNA-Technologie ihre Vorteile ausspielen und die Schwächen der klassischen Impfstoffe bewältigen.

Wenn dies gelingt, könnten die Auswirkungen erheblich sein. Die WHO schätzt, dass jedes Jahr weltweit etwa 3 bis 5 Mio. schwere Grippefälle auftreten und 290.000 bis 650.000 grippebedingte Todesfälle zu beklagen sind. Zahlen aus den USA legen nahe, dass etwa 8 % der Bevölkerung jedes Jahr unter Grippesymptomen leisen. Die durchschnittliche wirtschaftliche Belastung durch die Grippe beläuft sich Schätzungen zufolge auf etwa 11 Mrd. Dollar.

Dass die derzeitigen Grippeimpfstoffe nur ein­geschränkt dazu geeignet sind, die jährlich wieder­kehrenden Grippewellen zu vermeidet, liegt an ihrer ­relativ geringen Wirksamkeit von etwa 40 bis 60 %. Diese hängt auch damit zusammen, dass über die Formulierung der Impfstoffe bereits sechs bis neun Monate vor dem geplanten Einsatz entschieden werden muss. Denn die Herstellung von Impfstoffen auf Eibasis – das Verfahren, das für den Großteil derzeit zugelassenen Grippeimpf­stoffe verwendet wird – dauert lange. Der Impfstoff passt nach dieser Zeit in der Regel nicht mehr optimal zu den später tatsächlich zirkulierenden Viren. Außerdem birgt das Herstellungsverfahren die Gefahr einer unbeabsich­tigten Antigenveränderung des Impfstamms. Beide Probleme möchte Moderna mit der mRNA-Technologie, mit deren Hilfe sich Impfstoffe deutlich schneller ent­wickeln und herstellen lassen, lösen.

 

Kombinationsimpfung mit vielversprechenden Ergebnissen

Doch dieser Ansatz reicht dem Unternehmen nicht. „Unsere Vision ist es, einen mRNA-Kombinations-Impfstoff zu entwickeln, so dass die Menschen mit einer einzigen Impfung im Herbst einen hochwirksamen Schutz gegen die problematischsten Atemwegsviren erhalten
können“, erklärte CEO Stéphane Bancel im Sommer. Hier zeigt sich ein weiterer Vorteil von mRNA-Impfstoffen: Mit ihnen lassen sich gleich verschiedene Antigene zum Schutz gegen mehrere Viren kombinieren. Einen ersten Schritt in diese Richtung ist Moderna mit dem neuen Impfstoff-Kandidaten mRNA-1073 bereits gegangen. Er kombiniert eine Grippeimpfung mit dem Covid-19-Impfstoff. Die Wirksamkeit der jeweiligen Impfungen soll dabei nicht beeinträchtigt werden, Nebenwirkungen könnten dagegen etwas häufiger auftreten.

In Zukunft könnte noch ein Schutz gegen das Erkältungsvirus RSV hinzukommen. Die Moderna-Forscher sind dabei optimistisch. Vorklinische Daten aus einer Studie an Mäusen hätten gezeigt, dass es möglich ist, gleich sechs mRNA-Wirkstoffe gegen die drei verschiedenen Virusarten in einem Impfstoff zu kombinieren – vier gegen verschiedene Grippetypen und je einer gegen Covid-19 und RSV. „Wir glauben, dass unsere mRNA-Plattform die größten gesundheitlichen Herausforderungen der Welt lösen kann“, glaubt dann auch Moderna-Chef Stéphane Bancel. Dazu zählen neben den Atemwegserkrankungen, die jährlich Millionen von Menschen befallen, übrigens auch besonders seltene Erkrankungen.

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