Bakterium mit Preisschleife

Der Future Insight Prize hat dieses Jahr zwei Forscher ausgezeichnet, die mit ihrer Forschung zur Umwandlung von Plastik in Nahrung sowohl die Nahrungsmittel-Knappheit als auch die Müllentsorgung adressieren. (Bild: Merck)

In ihrem gemeinsamen Projekt zersetzen sie Plastikabfall mit Hilfe von Mikroorganismen. Aus den entstandenen Abbauprodukten erzeugen sie dann Proteine, die als Bausteine für Nahrungsmittel dienen. Die beiden Forscher beschäftigen sich nicht ausschließlich mit der Möglichkeit Nahrung aus Plastik zu gewinnen. Vielmehr forschen sie an einer vielseitig einsetzbaren Technologie, die allgemein Abfallprodukte in für die Ernährung wertvolle Inhaltsstoffe umwandelt. Ziel sind Nahrungsmittel, die alle benötigten Nährstoffe enthalten, ungiftig sowie förderlich für die Gesundheit sind und sich zudem je nach Bedarf modifizieren lassen. Die besagte Technologie könnte zwei Probleme auf einmal lösen: die Nahrungsmittel-Knappheit angesichts der wachsenden Weltbevölkerung und die Entsorgung von Plastikmüll.

Erst PET, dann auch andere Kunststoffe

Für ihre Technologie zum Zersetzen von Abfällen setzen die beiden US-amerikanischen Forscher auf synthetische mikrobielle Gemeinschaften. Das bedeutet sie kombinieren natürliche und gezielt gentechnisch veränderte Mikroorganismen, die jeweils unterschiedliche Teile des Abbauprozesses übernehmen. Für das Forschungsprojekt haben sich Lu und Techtmann insgesamt vier Ziele gesetzt: Zunächst wollen sie ein Proof-of-Concept für die direkte Umwandlung von Polyethylenterephthalat in Proteinpulver demonstrieren (Ziel 1) und danach die Biosicherheit für die erzeugten Nahrungsmittel sowie die Umwelt erhöhen (Ziel 2). Als nächstes beabsichtigen sie Nährstoffe und gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe in die hergestellten Nahrungsmittel zu integrieren (Ziel 3) und zuletzt planen die Wissenschaftler, die Technologie auf andere Kunststoff- oder Abfallarten auszuweiten (Ziel 4).

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