Valneva-Labor

Der Impfstoff nutzt ein seit Jahrzehnten etabliertes Verfahren. (Bild: Valneva)

An der Phase-3-Studie unter dem Namen Cov-Compare nahmen knapp 4.000 Menschen im Alter von über 18 Jahren in Großbritannien teil. Die Ergebnisse zeigen laut Unternehmensangaben, dass mit dem Impfstoff-Kandidat VLA2001 bei den Probanden ein höherer Wert an Antikörpern im Vergleich zum Vakzin von Astrazeneca erreicht wurde. Auch bei den Nebenwirkungen habe sich der Impfstoff besser der Vergleichsimpfstoff gezeigt. Die Teilnehmer meldeten demnach bis zu sieben Tage nach der Impfung sowohl weniger Reaktionen an der Injektionsstelle (73,2 % der Probanden, gegenüber 91,1 % bei Astrazeneca) als auch weniger systemische Reaktionen (70,2 gegenüber 91,1 %). Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden gar nicht verzeichnet.

Bein den trotz Impfung infizierten Personen blieben schwere Verläufe aus. Die könne darauf hindeuten, dass der Impfstoff – ebenso wie das Vakzin von Astrazeneca – schwere Covid-19-Fälle verhindert, erklärte Valneva. Der Studienleiter Adam Finn, Professor für Pädiatrie an der Universität Bristol, nannte die Ergebnisse der Studie „beeindruckend und äußerst ermutigend“. Der Impfstoff von Valneva sei auf dem besten Weg, „eine wichtige Rolle bei der Überwindung der Pandemie zu spielen."

Zulassung soll „so schnell wie möglich“ kommen

Im Gegensatz zu den bisher in Europa und Nordamerika zugelassenen Impfstoffen handelt es sich beim dem Vakzin von Valneva um einen klassischen inaktivierten Impfstoff (Totimpfstoff), wie er beispielsweise auch gegen Tetanus oder Hepatitis A und B zum Einsatz kommt. Beobachter glauben, Impfstoffe mit diesem seit Jahrzehnten etablierten Verfahren könnten dabei helfen, die Impfskepsis in bestimmten Bevölkerungsgruppen zu überwinden. Totimpfstoffe gegen Covid-19 sind bereits in China (Sinopharm), Russland (Covivac) und Indien (Covaxin) im Einsatz. Der Impfstoff von Novavax nutzt ein anderes, aber ebenfalls schon länger genutztes Verfahren – die Details dazu lesen Sie in diesem Bericht.

Thomas Lingelbach, CEO von Valneva, zeigte sich mit den Ergebnissen der Studie nun entschlossen, den Impfstoff „so schnell wie möglich zur Zulassung zu bringen“. Die Prüfung durch die europäische Arzneimittel-Behörde EMA hat noch nicht begonnen. Auch einen Vertrag mit der EU über den Kauf von Valneva-Impfstoff gibt es noch nicht. Anfang des Jahres hatte es „Sondierungsgespräche“ gegeben. Ein damals geplanter Vertrag mit Valneva könnte den EU-Mitgliedsstaaten die Möglichkeit geben, in einem ersten Schritt zusammen 30 Mio. Dosen zu erwerben, mit der Option auf weitere 30 Mio. Im September hatte Valneva seinen bisher einzigen fertigen Vertrag mit Großbritannien über die Bestellung von 100 Mio. Impfstoff-Dosen verloren. Die Regierung begründete dies mit „nicht eingehaltenen Verpflichtungen“, was das französisch-österreichische Unternehmen jedoch bestritt.

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