Papier ersetzt Kunststoff in Barriereverpackungen

Nachhaltige Gewürzverpackungen auf Papierbasis

Eine papierbasierte und vollständig im Altpapier recyclingfähige Barriereverpackung für empfindliche Lebensmittel schützt Aromen und ermöglicht eine CO₂-Reduktion von über 30 % gegenüber herkömmlichen PP-Folien.

Packungen mit Gewürz- und Backmischungen stehen auf einem Tisch neben Nüssen und einem Löffel.
Das papierbasierte Verpackungsmaterial erfüllt die notwendigen Barriereeigenschaften für Gewürze.

Die Anforderungen an Gewürzverpackungen unterscheiden sich von denen anderer Fast-Moving-Consumer-Goods-Produkte. Aromastoffe und ätherische Öle müssen zuverlässig geschützt werden. Zudem muss das Material Feuchtigkeit, Sauerstoff und Licht ausreichend abschirmen. Diese Ansprüche schränken die Materialauswahl ein, oft zu Ungunsten der Recyclingfähigkeit.

Der Anbieter von nachhaltigen Verpackungslösungen One-Five aus Hamburg hat eine papierbasierte Barriereverpackung entwickelt, die diese Schwierigkeit umgeht. Das eingesetzte Material Hazelsun ist vollständig im Altpapierstrom recyclingfähig und ersetzt bisher eingesetzte und teilweise nicht recyclingfähige Gewürzverpackungen. Die Fasern des Verpackungsmaterials stammen aus landwirtschaftlichen Reststoffen wie Blättern und Stängeln. Die Cellulose wird vollständig unter Einsatz von erneuerbarer Energie hergestellt. Das Material ist Cepi-zertifiziert, kompatibel mit europäischen Papierrecyclingströmen und ermöglicht gegenüber erdölbasierten PP-Folien eine CO₂-Reduktion von über 30 %. Die so verpackten Produkte des Bio-Gewürzhersteller Foodie & Friends sind deutschlandweit beim Filialisten Denn‘s Biomarkt und vielen anderen Bioläden erhältlich.

„Hazelsun wurde entwickelt, um die Barriereanforderungen empfindlicher Lebensmittel mit einer recyclingfähigen Papierlösung zu erfüllen“, erklärt Martin Weber, Gründer und Geschäftsführer von One-Five. „Das Material lässt sich ohne Anpassungen auf bestehenden, industriellen Verpackungslinien verarbeiten und ermöglicht eine zuverlässige und dichte Heißsiegelung. Die Zusammenarbeit mit Foodie & Friends hat gezeigt, dass sich Gewürzverpackungen technisch auf Papier umstellen lassen, ohne dass die Leistungsfähigkeit der Verpackung oder die Prozessstabilität eingeschränkt wird.“

Aus Sicht des Gewürzherstellers muss die Verpackung denselben Nachhaltigkeitsanspruch erfüllen wie das Produkt selbst: „Was nützt Bio, wenn das Produkt am Ende in Plastik eingeschweißt, oder in Aluminium, was einen immensen CO₂-Verbrauch bei der Produktion hat, eingepackt ist? Genau diese Frage haben wir uns gestellt und eine nachhaltige Lösung gefunden“, sagt Dirk Siemenowski, Gründer und Geschäftsführer von Foodie & Friends. Das Verpackungsmaterial aus Reststoffen aus der Maisernte ermögliche Verpackungen, die nicht nur recycelbar im Altpapier, sondern auch besonders umweltfreundlich sind, betont Siemenowski: „Auf diese Weise bleibt bei uns nicht nur der Inhalt ehrlich – sondern auch die Hülle."

Die Entwickler sehen die Anwendung des Materials als Beispiel dafür, wie papierbasierte Barriereverpackungen zunehmend Bereiche erschließen, die bislang weitgehend von Kunststoff dominiert waren. Durch die technische Leistungsfähigkeit und die Integration in bestehende Maschinenumgebungen eröffnet das Material neue Optionen für Hersteller, die regulatorische Vorgaben und Nachhaltigkeitsziele gleichermaßen erfüllen müssen.