Pastöses Tomatenmark für Lebensmittelproduktion schonend fördern
Zähes Tomatenmark erschwerte das manuelle Dosieren bei einem Nahrungsmittelhersteller und sorgte für langsamere Prozesse. Jetzt fördert ein mobiles Entleerungssystem die Masse bis zu 1 % Restmenge aus den Lieferfässern.
Die luftdicht abschließende Folgeplatte kann nach Entnehmen des Pumpensteigrohres mit einem Verschlussstopfen versiegelt werden.Flux
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Entscheider-Facts:
Ein Nahrungsmittelproduzent entnahm bisher Tomatenmark von Hand mit Schaufeln aus dem Lieferfass.
Ein neu installiertes Fassentleerungssystem kann nun Tomatenmark aus vier Fässern gleichzeitig abpumpen.
Eine Nachfolgeplatte mit Formdichtung schließt den Inhalt hermetisch von der Umgebungsluft ab.
Rohstoffe in Bioqualität sind die Grundlage für eine ganze Palette an vegetarischen und veganen Zubereitungen bei Zwergenwiese Naturkost. Um die Produktvielfalt immer liefern zu können, müssen alle Arbeitsschritte gut aufeinander abgestimmt sein. Beim exakten Dosieren von pastöser Tomatenmark-Masse war das eine Herausforderung.
Tomatenmark, der „dicke“ Geschmacksträger
Tomaten sind ein wichtiger Bestandteil vieler Zubereitungen von Gemüsegerichten, Aufstrichen und Saucen. Da nur vollreife Tomaten ein volles Aroma entfalten, ist die beste ganzjährig verfügbare Tomatengrundlage für einen gleichbleibenden Geschmack ein schonend zubereitetes Bio-Tomatenmark. Der Nachteil ist, dass doppelt konzentriertes Tomatenmark nicht fließt. Es musste bislang von Hand mit Schaufeln aus dem Lieferfass entnommen und der Rezepturmischung zugegeben werden.
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Schon das Anheben der Kelle war dabei nicht einfach, die Entnahme vom Boden des hohen 200-Liter-Fasses war sehr schwer. Um das Dosieren von Tomatenmark leichter und schneller zu machen, setzte der Anwender nun auf das Viscoflux-mobile-S-Fassentleerungssystem von Flux-Geräte. Das eigenständige System wird anwenderspezifisch zusammengestellt und besteht aus einem Prozessgerät mit Fahrwerk sowie einer Pumpeneinheit mit Motor, Exzenterschneckenpumpe und der Nachfolgeplatte mit Prozessdichtung. Die Pumpeneinheit wird jeweils individuell auf die Anwendung ausgelegt. Durch lenkbare Hinterräder am Fahrwerk lässt sich die Einheit mühelos zum Fass fahren und erlaubt es, vier auf einer Palette stehende Fässer zu entleeren, ein bedeutender Vorteil für den Anwender, der bis zu neun Fässer Tomatenmark jeden Tag leert.
Ein Fass mit Tomatenmark ist nicht einfach zu entleeren.Zwergenwiese
Um die nicht nachfließende Tomatenmark-Masse aus dem Fass mit Plastik-Inliner zu fördern, arbeitet das System mit einer Exzenterschneckenpumpe, deren Exzenter erlaubt, auch hochviskose Medien schonend zu fördern. Zusammen mit dem oben aufgesetzten 3-kW-Drehstrommotor können so bis zu 70 l/min bei einem Gegendruck von bis zu 8 bar gefördert werden. Das reicht aus, um das Mark auch durch längere Dosierschläuche zu pressen. Ein Frequenzumrichter sorgt für die nötige Feinmengen-Regelung. Bei Bedarf kann die Pumpensteuerung auch über externe Signale, beispielsweise von einem Durchflussmengen-Messer oder einer Waage, gesteuert werden. Beim Einsatz wird die Pumpeneinheit über einen akkubetriebenen Hubarm so weit abgesenkt, bis die Nachfolgeplatte auf dem Medium aufliegt, und dann gestartet.
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Eine Herausforderung bei dickflüssigen Medien wie Tomatenmark, aber auch bei Fruchtmark, Karamellsirup, Erdnussbutter oder Non-food-Medien wie Schmierfetten, Creme, Wachsen oder Vergussmassen ist, dass die selbstansaugende Pumpe immer genug „Zulaufmedium“ bekommt. Das übernimmt die aufgesetzte Nachfolgeplatte mit Formdichtung. Die Dichtung schließt den Inhalt hermetisch von der Umgebungsluft ab und toleriert dabei auch kleinere Transportdellen oder Falten im Inliner.
Durch ein Fahrwerk lässt sich das Entleerungssystem zum Fass fahren, wobei vier auf einer Palette stehende Fässer gleichzeitig entleert werden können.Flux
Im Gegensatz zu herkömmlichen Entleersystemen, bei denen die Folgeplatte den Inhalt unter Druck setzt, arbeitet das Fassentleerungssystem dabei allein durch den von der Pumpe beim Entleeren erzeugten Unterdruck, beziehungsweise den Luftdruck, der die Platte nachführt. Das ist besonders produktschonend. So ist eine reproduzierbare Entleerung auf unter 1 % Restmenge möglich. Die luftdicht abschließende Folgeplatte kann nach Entnehmen des Pumpensteigrohres mit einem Verschlussstopfen versiegelt werden, so können auch angebrochene Fässer hygienisch einwandfrei zurück in die Kühlung oder das Lager gebracht werden. Bei völlig entleertem Fass wird der Deckel per Druckluft wieder angehoben, der Innendruck fixiert dabei gleichzeitig Inlinersäcke an der Fasswand.
Das Fassentleerungssystem ist aus Edelstahl gefertigt und für den Einsatz im Hygienebereich ausgelegt. Thorsten Ponath, Produktionsleiter beim Anwender, meint dazu: „Das gesamte System ist sehr durchdacht, alle medienberührten Teile der Pumpe können leicht von Hand für eine gründliche Reinigung zerlegt werden. So ist die Pumpe schnell wieder einsatzbereit. Der robuste Aufbau und die hohe Zuverlässigkeit der Pumpe machen sie zu einem verlässlichen Mitarbeiter in der Produktion.“
Da bei der Herstellung sehr hoher Wert auf Hygiene und das Einhalten von Biostandards gelegt wird, schützt der dicht sitzende Folgedeckel auch vor Kontamination in der Produktion, beispielsweise gegen Spuren von Allergenen. Der Hersteller verzichtet deshalb, wo es produktbedingt möglich ist, auf den Aufdruck „kann Spuren von xy enthalten“ und garantiert, gestützt durch das implementierte Allergenmanagement, die Spurenfreiheit.
Der dichte Folgedeckel erleichtert die Produktion durch eine zusätzliche Sicherheitsstufe gegen Spurenverschleppung. Das und die enorme Arbeitserleichterung gegenüber dem vorherigen Umfüllen per Schaufel erlauben eine zügige Produktion. „Gerade die mobile Ausführung des Fassentleerungssystems ist für uns ideal. So können wir die Fasspaletten individuell zwischen unseren drei Produktionslinien hin- und herbewegen“, führt Ponath weiter aus. „Mit dem Viscoflux mobile S sind wir der stetig weiterwachsenden Nachfrage an hochwertigen Biofertigprodukten auch in Zukunft gewachsen.“