EU-Kommission schließt Überprüfung von Investitionshilfen ab

Sanofi erhält grünes Licht für Insulin-Werk in Frankfurt

Die EU-Kommission hat die Pläne des Pharmakonzern Sanofi für eine Insulinproduktionsanlage am Biocampus Höchst genehmigt. Eine Überprüfung durch die EU war aufgrund von staatlichen Investitionshilfen in dreistelliger Millionenhöhe notwendig.

„Das letzte Hindernis ist aus dem Weg geräumt. Brüssel stimmt dem Bau des modernsten Insulinwerks der Welt im Industriepark Höchst von Sanofi zu. Jetzt kann es losgehen. Mit 36.000 Quadratmetern so groß wie fünf Fußballfelder ist dieses Pharmaprojekt ein starkes Bekenntnis zum Pharmastandort Frankfurt und Hessen“, sagt der Frankfurter Oberbürgermeister Mike Josef.

„Vor dem Hintergrund mehrerer gescheiterter Investitionsprojekte in letzter Zeit bin ich sehr froh, dass nun dieser wichtige Schritt für diese Investition gelungen ist. Es ist ein Beitrag, um die globale Insulinproduktion resilienter zu machen, und stärkt den Wirtschaftsstandort Frankfurt, der sehr viel diverser ist als nur europäischer Finanzplatz oder nationales und internationales Verkehrsdrehkreuz“, sagt Josef. „Gleichzeitig möchte ich mich bei Bund und Land für die gute Zusammenarbeit bedanken. Das zeigt wieder einmal, wie stark wir gemeinsam sind.“ Josef betonte außerdem die Bedeutung des Neubaus für die Versorgungssicherheit in Deutschland und Europa, und bezeichnete das Bauprojekt als „zentrales Element der europäischen Pharmastrategie“.

Die Neubaupläne Sanofis hatten eine starke politische Komponente, da von Stadt, Land und Bund insgesamt Fördermittel in dreistelliger Millionenhöhe zugesagt wurden. Die staatlichen Investitionshilfen für das Zwei-Milliarden-Euro-Projekt mussten von der EU-Kommission in einem Non-Aid-Verfahren überprüft werden. Dies gilt besonders für staatliche Investitionen in Großkonzerne.

Sanofi hatte das Bauvorhaben und die geplante Investition von 1,3 Mrd. Euro bereits Anfang August 2024 angekündigt. Ab 2029 sollen in dem Werk auf einer Fläche von etwa 36.000 m² mehrere hundert hochqualifizierte Fachkräfte arbeiten. Die neue Anlage soll bisherige Insulinproduktionsanlagen am Standort ersetzen und eine bezahlbare und zugängliche Insulinversorgung für Diabetespatienten auf der ganzen Welt unterstützen.