Joint Venture nach Forschungs- und Entwicklungskooperation

Astrazeneca und CSPC produzieren gemeinsam Biologika in China

Der britische Pharmakonzern Astrazeneca und das chinesische Pharmaunternehmen CSPC Pharmaceutical intensivieren ihre Partnerschaft durch die Gründung eines neuen Gemeinschaftsunternehmens für die Herstellung von Biologika in China.

Astrazeneca plant, bis 2030 rund 15 Mrd. US-Dollar in China zu investieren. Damit will das britische Pharmaunternehmen Forschung, Entwicklung und Produktion unter anderem von Zelltherapien und Radiokonjugaten ausbauen.
Produktionsstätte von Astrazeneca im chinesischen Wuxi.

Die beiden Partner haben eine Vereinbarung zur Gründung einer Produktionsstätte in Shijiazhuang unterzeichnet, an der CSPC eine Mehrheit von 51 % und Astrazeneca 49 % der Anteile halten wird. Shijiazhuang ist zugleich der Hauptsitz des chinesischen Unternehmens CSPC.

CSPC bringt neben 51 % des Kapitals sein KI-gestütztes GMP-System sowie seine Kompetenzen beim Bau und Betrieb von Arzneimittelproduktionsstätten ein. Astrazeneca steuert im Gegenzug seine Erfahrung mit weltweiten Qualitätsstandards sowie im Bereich des Supply-Chain-Managements bei. Das neu gegründete Gemeinschaftsunternehmen wird sich anfänglich auf die Herstellung von „wechselseitig vereinbarten biologischen Wirkstoffen für die globalen Märkte“ konzentrieren. Zudem beabsichtigen die beiden Eigentümer, die künftige Aufnahme weiterer Produkte in das Portfolio zu prüfen. Die genaue Höhe der Investition wurde zunächst nicht bekannt gegeben. Das Kapital wird jedoch voraussichtlich auf das geplante Investitionsvolumen von insgesamt 15 Mrd. US-Dollar angerechnet, das Astrazeneca Anfang 2026 für seine Aktivitäten in China bis zum Jahr 2030 zugesagt hat.

Dieses Joint Venture folgt auf eine Reihe jüngster Produktionserweiterungen von Astrazeneca auf dem chinesischen Markt. Erst im März kündigte der britische Pharmakonzern an, eine kommerzielle Produktionsbasis für Zelltherapien in Shanghai aufzubauen, um den chinesischen sowie weitere asiatische Märkte mit autologen CAR-T-Therapien zu versorgen. Ein Jahr zuvor hatte Astrazeneca eine Investition von 2,5 Milliarden US-Dollar in Peking angekündigt, zu der auch ein Joint Venture mit BioKangtai für die erste eigene Impfstoffproduktionsstätte in China gehört. Darüber hinaus investiert das Unternehmen rund 886 Millionen US-Dollar in den Aufbau eines Produktionskomplexes für Inhalationspräparate in Qingdao.

Die neue Allianz baut auf einer mehrjährigen engen Forschungs- und Entwicklungskooperation zwischen den beiden Unternehmen auf. So zahlte Astrazeneca bereits im Jahr 2024 eine Vorabsumme von 100 Millionen US-Dollar an CSPC für einen präklinischen oralen Lp(a)-Inhibitor zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Darauf folgte eine Vereinbarung mit einem potenziellen Gesamtvolumen von bis zu 5,3 Milliarden US-Dollar, um die KI-Plattform von CSPC für die Entdeckung neuer oraler Medikamente gegen chronische Erkrankungen zu nutzen. Erst vor Kurzem vereinbarte Astrazeneca zudem eine Vorauszahlung in Höhe von 1,2 Milliarden US-Dollar für die Ex-China-Rechte an einem Portfolio von monatlich zu verabreichenden Programmen zur Gewichtsreduktion. Mit einem Umsatz von 3,5 Milliarden US-Dollar im ersten Halbjahr 2026 bleibt Astrazeneca das umsatzstärkste ausländische Pharmaunternehmen in China, obwohl dieser Wert einem währungsbereinigten Rückgang von 5 % entspricht.