Centor und globales Primary Packaging Plastics gehen an Apax Fonds

Gerresheimer verkauft Verpackungs-Geschäftseinheiten im Wert von 1,5 Milliarden Euro

Pharmaverpackungsspezialist Gerresheimer trennt sich von zwei seiner Geschäftseinheiten: Die Centor US Holding sowie Primary Packaging Plastics (PPP) gehen für 1,5 Mrd. Euro an die Private-Equity-Gruppe Apax Partners.

Die Gerresheimer-Tochter Gerresheimer Glas hat einen Kaufvertrag über den Erwerb von Blitz Luxco, der Holding von Bormioli Pharma, unterzeichnet. Der Abschluss wird für das vierte Quartal 2024 erwartet. Dem nicht bekanntgegebenen Kaufpreis liegt Gerresheimer zufolge ein ermittelter Unternehmenswert von rund 800 Mio. Euro zugrunde. Bormioli Pharma verfügt über ein für den Käufer komplementäres Portfolio von pharmazeutischen Primärverpackungen aus Glas und Kunststoff sowie Verschlusslösungen, Zubehör und Dosiersysteme. „Beide Unternehmen ergänzen sich sowohl im Produktportfolio als auch in der regionalen Abdeckung mit Produktionsstandorten in Europa“, so Gerresheimers CEO Dietmar Siemssen. Im Bereich Glas verfügt Bormioli Pharma mit vier Produktionsstandorten in Deutschland und Italien über ein Portfolio für parenterale und andere pharmazeutische Primärverpackungen. Im Bereich Kunststoff betreibt das Unternehmen fünf Produktionsstandorte in Deutschland, Italien und Frankreich. Dadurch will Gerresheimer künftig verstärkt integrierte Lösungen aus Primärverpackung und passender Verschlussoption anbieten und zu einem Komplettanbieter für die Pharma- und Biotech-Branche werden. Zudem soll durch die Akquise der Geschäftsbereich Moulded Glass neu aufgestellt werden.

Apax erwirbt das Geschäft mit Verpackungssystemen für die Abgabe verschreibungspflichtiger Medikamente in den USA und das globale Geschäft für Primärverpackungen aus Kunststoff. Das entspricht einem kombinierten Unternehmenswert von rund 1,5 Mrd. Euro. Zusätzlich zu dem Centor-Werk in den USA umfasst die Transaktion insgesamt 15 Produktionsstandorte für Primärverpackungen aus Kunststoff in neun Ländern. Die beiden Business Units haben 2025 mit insgesamt rund 2.400 Mitarbeitenden einen kombinierten Umsatz von rund 570 Mio. Euro erwirtschaftet.

Die Transaktionen stehen unter Vorbehalt marktüblicher Vollzugsbedingungen und Genehmigungen und werden unabhängig voneinander vollzogen. Der Abschluss des Centor-Verkaufs wird bis Ende des Geschäftsjahres 2026 erwartet, der Abschluss des Verkaufs des globalen Primary Packaging Plastics Geschäfts voraussichtlich im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2027. Gerresheimer will mit dem Erlös seine Kapital- und Finanzierungsstruktur optimieren und Schulden abbauen.

„Mit dieser Transaktion gewinnen wir unternehmerische Handlungsspielräume zurück“, erläutert Uwe Röhrhoff, CEO der Gerresheimer AG. „Gleichzeitig fokussieren wir unser Geschäft als einer der weltweit führenden Partner der Pharma- und Biotechbranche noch stärker auf hochwertige Drug Delivery Devices, Medizinprodukte und Primärverpackungen für injizierbare Arzneimittel.“

„Centor und Primary Packaging Plastics sind Marktführer im Bereich Verpackungssysteme für verschreibungspflichtige Medikamente und Primärverpackungen für Arzneimittel, basierend auf einer jahrzehntelangen Reputation für Qualität und Zuverlässigkeit. Wir verfügen über umfangreiche Erfahrung mit Ausgliederungen und werden gemeinsam mit unserem Bereich „Operational Excellence“ eng mit dem Management zusammenarbeiten, um ein starkes, eigenständiges Unternehmen aufzubauen, das für langfristiges Wachstum aufgestellt ist“, sagt Anders Meyerhoff, Partner bei Apax.

„Diese Transaktion ist ein wichtiger Meilenstein zur Optimierung unserer Kapital- und Finanzierungsstruktur mit einem signifikant geringerem Verschuldungsgrad“, so Wolf Lehmann, CFO der Gerresheimer AG. „Wir werden mit den erwarteten Mittelzuflüssen unsere Entschuldung vorantreiben. Zusammen mit der geplanten umfassenden Refinanzierung wird das unsere Zinskosten deutlich senken und zu einer nachhaltigen Kapitalstruktur führen. Die weitere Umsetzung unseres Transformationsprogramms wird sich darüber hinaus positiv auf unseren operativen und Free Cashflow auswirken.“