Oligonukleotid-Produktion

Nur wenige Anbieter weltweit stellen Oligonukleotide her. (Bild: Biospring)

Die sogenannten Oligonukleotide kommen in verschiedenen therapeutischen Anwendungen, aber auch in der Diagnostik zum Einsatz. So sind sie beispielsweise ein Hauptbestandteil in PCR-Tests, wie sie auch zum Nachweis von Covid-19 verwendet werden. Wirkstoffe auf Basis von Oligonukleotiden können genetische Fehlfunktionen blockieren. Auch für das Genome Editing – die sogenannte Genschere – werden die DNA-Fragmente gebraucht.

Vor diesem Hintergrund ist es kaum verwunderlich, dass der Bedarf für Oligonukleotide am Weltmarkt deutlich gestiegen ist. Biospring könne diese dabei „als einer von weltweit sehr wenigen Anbietern“ in großer Menge herstellen, erklärt Geschäftsführer Hüseyin Aygün.

Standort auf altem Chemiegelände

Daher will das Unternehmen in Offenbach nun „erhebliche neue und zusätzliche Kapazitäten aufbauen“, wie Geschäftsführerin Sylvia Wojczewski ergänzt. Dafür würden Reinräume sowie zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen. Derzeit beschäftigt das 1997 gegründete Unternehmen rund 370 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Produktionsstätte Biospring in Offenbach
Biospring will für die neue Produktionsstätte ein ehemaliges Sozialgebäude der früheren Farbwerke Hoechst umnutzen. (Bild: Stadt Offenbach / offenbach)

Auch in Offenbach freut man sich auf den Neuzugang. Die Stadt erhalte als Industriestandort jetzt „eine Technologie mit herausragenden Zukunftsaussichten“, so Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke. Das Biotech-Unternehmen passe hervorragend zur Strategie des sogenannten Innovationscampus.

Die Stadt hat die Fläche des bisherigen Chemiestandorts, auf dem in den letzten 179 Jahren unter anderem die Chemieunternehmen Clariant, Oehler, Hoechst und Alessa tätig waren, erworben und will sie zu einem „zukunftsweisenden Gewerbegebiet“ mit unterschiedlichen innovativen Technologiebereichen entwickeln.

Biospring siedelt auf 1 Hektar neben Ventilhersteller

Den Anfang hatte im Frühjahr 2021 der Frankfurter Ventilhersteller Samson gemacht, der hier ebenfalls expandieren will. Das Unternehmen hat sich mehr als die Hälfte des 26 ha großen gewerblich nutzbaren Teil des Gebietes gesichert. Biospring will seine Produktion auf knapp 1 ha unmittelbar neben Samson ansiedeln und dazu das ehemalige Sozialgebäude der früheren Farbwerke Hoechst umnutzen. Die gute Kooperation der beiden neuen Unternehmen sei dabei ein „wichtiger Erfolgsfaktor für die Ansiedlung“ gewesen, erklärte Oberbürgermeister Schwenke.

 

Lageplan Biospring Offenbach
Biospring siedelt sich auf 1 ha direkt neben dem geplanten Werk des Ventilherstellers Samson an. (Bild: Stadt Offenbach)

Der Innovationscampus in Offenbach ist nach Angaben der Stadt mit einer Gesamtfläche von 36 ha „die größte zusammenhängende innerstädtische Entwicklungsfläche für eine gewerbliche Nutzung im Rhein-Main-Gebiet“. Die Stadt arbeitet zurzeit noch an einem Bebauungsplan sowie einem Konzept für die äußere Erschließung des Gewerbegebietes.

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