Ausbau zum globalen Pharma-Standort
Indien kündigt Milliardeninvestition in Biologika an
Indien will in den kommenden fünf Jahren 100 Mrd. Rupien (rund 1,1 Mrd. US-Dollar) in Forschung und Produktion von Biologika und Biosimilars investieren. Der Staat soll über die Generikaproduktion hinaus zum Biopharma-Standort werden.
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Geplant sind unter anderem drei neue
nationale Forschungsinstitute vor; zusätzlich sollen sieben bestehende
nationale Forschungseinrichtungen finanziell gestärkt werden, berichtet der Branchendienst Fiercepharma. Parallel arbeitet
die Regierung daran, ein Netzwerk von mehr als 1.000 klinischen Prüfzentren
aufzubauen. Als strategische Zielgröße nennt Indien, mittelfristig 5 % Anteil
am globalen biopharmazeutischen Markt zu erreichen. Das Land will sich über
seine bisherige Rolle als Generika- und Impfstoffproduzent hinaus stärker als
globalen Biopharma-Standort zu positionieren.
Das Programm läuft unter dem Namen Biopharma SHAKTI
(Biopharma Strategy for Healthcare Advancement through Knowledge, Technology
and Innovation). Es soll die heimische Entwicklung u. a. von Impfstoffen,
Antikörpertherapien, Gen- und Zelltherapien, Insulin sowie rekombinanten
Proteinwirkstoffen unterstützen. Gleichzeitig zielt die Initiative darauf, die
Importabhängigkeit zu senken und Indiens Wettbewerbsfähigkeit in globalen
Lieferketten für Biologika zu erhöhen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Regulierung: Indien
will die Aufsicht für Biologika durch den Aufbau spezialisierter
wissenschaftlicher und technischer Expertise stärken sowie Verfahren
effizienter gestalten, um Bewertungs- und Zulassungsprozesse stärker an
internationale Zeitlinien anzugleichen. Als Vorläufer nennt der Bericht die
National Biopharma Mission (Start 2017), für die 15 Mrd. Rupien (rund 166 Mio.
US-Dollar) für neue Impfstoffe, Biotherapeutika, Diagnostika und Medizintechnik
vorgesehen waren.
Indien ist bislang vor allem bekannt als Standort für die Produktion von Generika und als Sitz von Auftragsherstellern, beispielsweise für die Produktion von Impfstoffen. Das jüngst ausgehandelte Freihandelsabkommen zwischen Indien und der EU könnte die Entwicklung ebenfalls beschleunigen.