Produktion von Lebensmitteln mit Mikroorganismen

Uni Hohenheim baut Plattform für zelluläre Landwirtschaft

Die Universität Hohenheim plant ein Bioreaktorensystem, um die Produktion von Lebensmitteln mit Mikroorganismen vom Labor- bis in den Pilotmaßstab zu bringen. So sollen Biomasse und Nebenströme zu Lebensmitteln und funktionalen Inhaltsstoffen verarbeitet werden.

Laborantin schaut durch Mikroskop
Indoor-Verfahren ermöglichen die Nahrungsmittelproduktion auch dort, wo die Flächen knapp sind.

Mikroorganismen und Pilze eröffnen neue Wege, um Lebensmittel und ihre Bestandteile auf alternativen Wegen herzustellen. Oft gelingt das im Labormaßstab, stellt aber beim Übertragen auf größere Mengen eine Herausforderung dar. Darum hat die Universität Hohenheim in Stuttgart das Projekt C.A.T.A.L.I.S.T. ins Leben gerufen, eine Plattform für zelluläre Landwirtschaft (engl.: Cellular Agriculture). Unter Leitung des Fachgebiets Pflanzliche Lebensmittel entsteht daher in Kooperation mit der Geschäftsstelle Bioökonomie an der Universität ein Bioreaktorensystem.

Diese Plattform soll neben dem Institut für Lebensmittelwissenschaft und Biotechnologie auch Partnerinstitutionen in der Region offenstehen. Mit Mikroorganismen und Pilzen, die Biomasse und Nebenströme zu hochwertigen Lebensmitteln und funktionalen Inhaltsstoffen verarbeiten, können Rohstoffe aus der klassischen Landwirtschaft als Basis für Nährmedien dienen – kombiniert mit Präzisionsfermentation sowie digitaler Prozesssteuerung.

„Beispielsweise lassen sich etwa aus Sauermolke oder Presskuchen der Sojaverarbeitung proteinreiche Komponenten für die menschliche Ernährung gewinnen. Idealerweise können verbleibende Reststoffe danach noch weiterveredelt und in andere Nutzungskreisläufe eingespeist werden“, erklärt Dr. Sabina Paulik, Arbeitsgruppenleitung Funktionelle Proteine und Biopolymere am Fachgebiet Pflanzliche Lebensmittel.

Gerade Indoor-Verfahren erhöhen die Widerstandsfähigkeit von Ernährungssystemen, weil sie Nahrungsmittelproduktion auch dort ermöglichen, wo die Flächen knapp oder die landwirtschaftlichen Bedingungen ungünstig sind.