Moderna Impfstoff-Vials

Moderna testet Impfstoff-Kandidaten gegen die Omicron-Variante des Sars-Cov-2-Virus. (Bild: Marcos - stock.adobe.com)

Nachdem die Weltgesundheitsorganisation WHO das Risiko durch Corona-Variante B.1.1.529 (Omicron) als "sehr hoch" eingeschätzt hat, suchen nun Impfstoffhersteller fieberhaft nach einer Lösung. Der US-Impfstoffhersteller Moderna hat deshalb eine eigene Strategie zur Bekämpfung bedenklicher SARS-CoV-2-Varianten bekanntgegeben.

Die kürzlich entdeckte Omicron-Variante enthält Mutationen der Delta-Variante - es wird vermutet, dass diese die die Übertragbarkeit erhöhen, außerdem wurden Mutationen der Beta- und Delta-Variante nachgewiesen, von denen man annimmt, dass die bisherigen Impfstoffe gegegen diese weniger wirksam sein könnten. Die Kombination von Mutationen stellt laut Moderna ein erhebliches potenzielles Risiko dar, dass sie das Abklingen der natürlichen und impfstoffinduzierten Immunität beschleunigen. Das Unternehmen sieht auch deshalb in einer Auffrischungsimpfung mit einem zugelassenen Impfstoff derzeit die einzige verfügbare Strategie zur Auffrischung der nachlassenden Immunität.

Moderna will deshalb testen, ob die aktuelle Impfstoffdosis des eigenen Covid19-Impfstoffs (mRNA-1273) gegen die  Omicron-Variante hilft. Die Daten werden bereits in den kommenden Wochen erwartet.

Dreistufige Strategie gegegen Mutationen

Moderna entwickelt nach eigenen Angaben seit Anfang 2021 eine Strategie, um auf neue bedenkliche Varianten zu reagieren. Diese umfasse drei Reaktionsstufen für den Fall, dass die aktuelle 50-µg-Booster-Dosis von mRNA-1273 als unzureichend erweisen sollte, um die schwindende Immunität gegen die Omicron-Variante zu stärken.

Erstens wurde bereits eine höhere Booster-Dosis von mRNA-1273 (100 µg) an gesunden Erwachsenen getestet. Die Dosis sei kürzlich auch von den National Institutes of Health (NIH) in den USA untersucht worden und habe zu den höchsten neutralisierenden Titern gegen frühere SARS-CoV-2-Stämme geführt.

Zweitens untersucht das Unternehmen bereits zwei multivalente Booster-Kandidaten klinisch. Diese wurden entwickelt, um Mutationen, wie sie in der Omicron-Variante aufgetreten sind, vorwegzunehmen. Der erste Kandidat (mRNA-1273.211) enthält mehrere Mutationen, die in der Omicron-Variante vorkommen und auch in der Beta-Variante vorhanden waren. Ein zweiter multivalenter Kandidat (mRNA-1273.213) enthält viele der in der Omicron-Variante vorhandenen Mutationen, die auch in den Beta- und Delta-Varianten vorhanden waren. Das Biopharma-Unternehmen will die Prüfung von Seren aus abgeschlossenen und laufenden multivalenten Booster-Studien zügig ausweiten, um festzustellen, ob diese multivalenten Kandidaten in der Lage sind, einen überlegenen neutralisierenden Schutz gegen Omicron zu bieten.

Drittens will Moderna einen Omicron-spezifischen Booster-Kandidaten (mRNA-1273.529) rasch weiterentwickeln. 2021 hat das Unternehmen bereits Beta- und Delta-spezifische Booster entwickelt. Schon in der Vergangenheit konnte das Unternehmen neue Kandidaten innerhalb von 60 bis 90 Tagen zur klinischen Prüfung bringen.

In diesem Beitrag hatten wir jüngst über den Patentstreit zwischen Moderna und der US-Regierung berichtet.

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Moderna-CEO hält Omicron-Mutationen für "besorgniserregend"

"Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir bei der Bekämpfung der Pandemie proaktiv handeln müssen, wenn sich das Virus weiterentwickelt. Die Mutationen in der Omicron-Variante sind besorgniserregend, und seit einigen Tagen arbeiten wir so schnell wie möglich an der Umsetzung unserer Strategie zur Bekämpfung dieser Variante", sagte Stéphane Bancel, Chief Executive Officer von Moderna. "Wir haben drei Verteidigungslinien, die wir parallel vorantreiben: erstens haben wir bereits einen höher dosierten Booster von mRNA-1273 (100 µg) evaluiert, zweitens untersuchen wir bereits zwei multivalente Booster-Kandidaten in der Klinik, die darauf ausgelegt sind, Mutationen wie die in der Omicron-Variante aufgetauchten zu antizipieren, und die Daten werden in den kommenden Wochen erwartet, und drittens bringen wir einen Omicron-spezifischen Booster-Kandidaten (mRNA-1273.529) rasch voran."

In unserem fortlaufend aktualisierten Ticker informieren wir Sie über alle Entwicklungen rund um Impfstoffe gegen Covid-19.

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