Ausbau auf über 100 Biosimilars bis 2040 geplant

Sandoz investiert 300 Mio. Dollar in Slovenien

Der Pharmakonzern Sandoz will mit seiner neuen Langzeitstrategie namens „Bio100“ sein Portfolio bis 2040 von derzeit 13 auf mehr als 100 Biosimilars ausbauen. 300 Mio. US-Dollar fließen in den Produktionsstandort im slowenischen Ljubljana.

KI-generiertes Symbolbild, Zwei Medikamenten-Vials stehen nebeneinander vor einem abstrakten molekularen Hintergrund.
Sandoz ordnet seine Organisation neu, um mit einer fokussierten Biosimilar-Strategie von auslaufenden Biopharma-Patenten zu profitieren.

Mit der strategischen Neuausrichtung reagiert Sandoz auf eine Welle bevorstehender Patentverluste bei Markenbiologika gegen Ende dieses Jahrzehnts und in den frühen 2030er-Jahren. Nach Unternehmensangaben stehen bis etwa 2032 mehr als 60 Biologika vor dem Patentablauf, für die derzeit noch keine Biosimilars in der Entwicklung sind.

Marktchancen durch auslaufende Patente

Der Konzern nimmt zwischen 2026 und 2040 Umsätze von Originalpräparaten vor dem Patentablauf im Wert von rund 300 Milliarden US-Dollar ins Visier. Bereits im März 2026 hatte Sandoz sein Biosimilars-Geschäft aus der klassischen Generika Produktion herausgelöst, um den Sektor zu stärken und sich auf dieses Patentabläufe vorzubereiten. Der „Bio100“-Plan sieht vor, den von Sandoz abgedeckten Anteil am Gesamtwert der vor dem Patentablauf stehenden Biologika von derzeit rund 50 % auf etwa 80 % ab dem Jahr 2035 zu steigern. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt dabei auf Wirkstoffen in den Bereichen Onkologie und Immunologie, monoklonalen Antikörpern sowie der eigenständigen Inhouse-Entwicklung. CEO Richard Saynor verwies in diesem Zusammenhang auf die Stärke der bestehenden Pipeline sowie das flexible und kosteneffiziente Entwicklungs- und Produktionsnetzwerk. Zudem strebt das Unternehmen an, seinen Nettoumsatz von 2025 bis Mitte der 2030er-Jahre zu verdoppeln.

300 Millionen US-Dollar für Wirkstoffanlage in Ljubljana

Um die erforderlichen Liefer- und Fertigungskapazitäten bereitzustellen, stützt sich Sandoz auf sein europäisches Produktionsnetzwerk, in das bisher rund 1 Mrd. US-Dollar geflossen ist. Neben Standorten in Frankreich, Großbritannien und Deutschland erweitert Sandoz die Fertigung in Ljubljana, Slowenien, um eine neue Anlage zur Herstellung von Biologika-Wirkstoffen.

Die Inbetriebnahme des 300 Mio. US-Dollar teuren Projekts ist für 2029 geplant. Die Anlage wird eine Kapazität von 8.000 Litern bieten und am selben Standort wie das neue Entwicklungszentrum für Biosimilars errichtet. Zum Einsatz kommt Einweg-Fed-Batch-Technologie, um klinische Chargen sowie die kommerzielle Versorgung bei Wirkstoffen mit niedrigem bis mittlerem Volumen sicherzustellen.