Drehkolbenpumpe für Abwasser aus der Süßwarenproduktion
Eine Tauchmotorpumpe kämpfte bei einem Süßwarenproduzenten mit fetthaltigen Abwässern, was häufige Stillstände verursachte. Das Umstellen auf eine „trocken" installierte Drehkolbenpumpe sorgt nun für einen zuverlässigeren Betrieb und senkt Wartungs- und Betriebskosten nachhaltig.
Mike EitingMikeEitingBörger
Das zu fördernde Produktionsabwasser enthält unter anderem Nougatfette.BY BRAZIL – stock.adobe.com
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Entscheider-Facts:
Eine Pumpe fördert Abwässer der Süßwarenproduktion zur Aufbereitung.
Eine Tauchmotorpumpe verursachte zuvor häufige Störungen und Wartungen.
Die neue Drehkolbenpumpe ist auch für chemisch aggressive Bestandteile von Reinigungsmitteln ausgelegt.
Schon beim Betreten der Produktionshallen liegt ein verführerischer Duft von süßen Spezialitäten in der Luft. Hier entstehen Dessertsaucen, Kaffeesirupe, Toppings und Brotaufstriche. Doch neben der Herstellung der Produkte spielt auch die zuverlässige Behandlung der anfallenden Produktionsabwässer eine entscheidende Rolle für einen reibungslosen Betriebsablauf.
Sämtliche Abwässer aus der Produktion werden zunächst in einem Behälter unterhalb der Fertigung gesammelt. Von dort müssen sie zur betriebseigenen Abwasseraufbereitung gefördert werden. Diese Aufgabe übernimmt seit rund zwei Jahren eine Blueline-Nova-Drehkolbenpumpe des Herstellers Börger. Die hier eingesetzte Ausführung zählt mit einer Förderleistung von 5 m³/h zu den kleineren Modellen im Portfolio des Herstellers.
Installiert wurde die Pumpe oberhalb des Sammelbehälters. Die zuvor eingesetzte Tauchmotorpumpe hatte regelmäßig mit den im Produktionsabwasser enthaltenen Fetten zu kämpfen. Störungen führten immer wieder zu aufwendigen Wartungseinsätzen, da die Pumpe für Instandsetzungsarbeiten aus dem Behälter gezogen werden musste. Die damit verbundenen Stillstandszeiten sowie der hohe Wartungsaufwand verursachten erhebliche Kosten.
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Saugt jederzeit zuverlässig an
Aufgrund der beengten Einbausituation ist die Drehkolbenpumpe in liegender Ausführung installiert.Börger
Mit der Drehkolbenpumpe konnte der Süßwarenproduzent eine deutlich wirtschaftlichere Lösung realisieren. Die Pumpe wurde „trocken“ oberhalb des Sammelbehälters installiert. Aufgrund ihrer hohen Ansaugkraft bewältigt sie die erforderliche Ansaughöhe von fünf Metern problemlos. Eine speziell ausgeführte Rohrleitungsführung sorgt dafür, dass die Pumpe dauerhaft vorgefüllt bleibt und somit jederzeit zuverlässig ansaugt. Aufgrund der beengten Einbausituation erfolgte die Installation in liegender Ausführung.
Für die konkrete Anwendung hat der Hersteller die Pumpe individuell konfiguriert und gefertigt. Jedes Bauteil der Pumpe wurde so gewählt, dass es optimal zu den Einsatzbedingungen passt – für lange Standzeiten und eine hohe Betriebssicherheit.
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Vor Verschleiß geschützt
Die gewendelten, zweiflügeligen Dius-Drehkolben fördern das Produktionsabwasser besonders pulsationsarm. Da das Medium neben Nougatfetten und weiteren Lebensmittelresten auch Rückstände chemisch aggressiver Reinigungsmittel enthält, wurden die Drehkolben sowie sämtliche O-Ringe aus Fluorkautschuk (FKM) gefertigt. Zusätzlich enthält das Abwasser abrasive Bestandteile. Deshalb fiel die Entscheidung auf die Pumpe in der „Tough“-Ausführung mit kompletter Gehäuseschutzauskleidung. Diese schützt den Pumpenraum zuverlässig vor Verschleiß und kann im Bedarfsfall schnell sowie kostengünstig ausgetauscht werden.
Die „Tough“-Ausführung verfügt über eine komplette Gehäuseschutzauskleidung.Börger
Für hygienische Anwendungen bietet der Hersteller die Drehkolbenpumpe alternativ auch in der „Clean“-Variante an. Diese Ausführung kommt insbesondere beim direkten Fördern von Lebensmitteln zum Einsatz und lässt sich durch das totraumarme Design gemäß den Verfahren CIP (Cleaning-in-Place) und SIP (Sterilization-in-Place) effizient reinigen und sterilisieren.
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Wartung am Einbauort
Die Abdichtung der Pumpenwellen erfolgt über zwei einfachwirkende LW-Gleitringdichtungen des Herstellers. Für unterschiedliche Einsatzbedingungen stehen diverse einfach- und doppeltwirkende Gleitringdichtungssysteme aus eigener Entwicklung zur Verfügung. Der großzügig dimensionierte Dichtungsraum bietet ausreichend Platz für anspruchsvolle und individuell abgestimmte Dichtungslösungen. Auf Wunsch können Dichtungen anderer Hersteller integriert werden.
Ein besonderes Merkmal ist das wartungsfreundliche Maintenance-in-Place-Konzept (MIP). Hinter dem Pumpendeckel verbirgt sich der direkte Zugang zum Pumpenraum. Durch das einfache Lösen von vier Ringmuttern sind sämtliche Verschleißteile unmittelbar zugänglich. Wartungs- und Servicearbeiten lassen sich am Einbauort durchführen – ohne Demontage der Rohrleitungen oder des Antriebs. Das reduziert Stillstandszeiten erheblich und trägt maßgeblich zur hohen Anlagenverfügbarkeit bei.
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Das Beispiel aus der Süßwarenproduktion zeigt, wie eine konsequent an die Anwendung angepasste Pumpenauslegung die Betriebssicherheit steigern und langfristig die Wirtschaftlichkeit einer Anlage verbessern kann. Die eingesetzte Drehkolbenpumpe sorgt dabei Tag für Tag für eine zuverlässige und störungsfreie Abwasserförderung.