Strategische Akquisition in der Biopharmazie

Asahi Kasei schließt Übernamne von Aicuris ab

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Übernahme des deutschen Unternehmens Aicuris Anti-infective Cures (Aicuris) baut der japanische Mischkonzern Asahi Kasei seine globale Plattform für Spezialpharmazeutika signifikant aus.

Asahi Kasei will alle Anteile des deutschen Biopharmaunternehmens Aicuris Anti-infective Cures für etwa 780 Mio. Euro erwerben. Damit plant der japanische Konzern, eine Spezialpharmaplattform für immungeschwächte Patientengruppen aufzubauen.
Mit der Übernahme nimmt der japanische Konzern drei neue Produkte in sein Portfolio auf.

Der Abschluss der im Februar 2026 angekündigten Transaktion markiert einen wesentlichen Baustein in der Pharmastrategie von Asahi Kasei, die auf langfristiges Wachstum im Bereich schwerer Infektionskrankheiten setzt. Das Portfolio von Aicuris umfasst drei antivirale Wirkstoffe, die sich in unterschiedlichen Stadien befinden: Lizenzeinnahmen aus dem bereits vermarkteten Prevymis, den Wirkstoff Pritelivir sowie AIC468 als langfristigen Wachstumstreiber. Die Integration dieser drei antiviralen Wirkstoffe in das Portfolio soll den Umsatz der Spezialpharmazie-Sparte von Asahi Kasei bis 2030 auf 500 Mio. US-Dollar steigern. Der Konzern adressiert damit den hohen medizinischen Bedarf in der Infektionsbiologie und Transplantationsmedizin.

Besonderes Augenmerk liegt auf Pritelivir, für das die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA bereits eine vorrangige Prüfung („Priority Review“) des Zulassungsantrags gewährt hat. Ein entsprechendes Zieldatum für die Entscheidung ist für das vierte Quartal 2026 angesetzt. Die Entwickler rechnen damit, dass der Wirkstoff in den USA rund 15.000 immungeschwächte Patienten erreichen kann, und streben in der Zweitlinientherapie einen Marktanteil bis 70 % an. Der Spitzenumsatz für diesen Wirkstoff wird für die zweite Hälfte der 2030er Jahre auf über 400 Mio. US-Dollar geschätzt.

Weiteres Potenzial sehen die Unternehmen beim Wirkstoff AIC468, der zur Behandlung von BK-Virus-Infektionen bei Transplantationspatienten entwickelt wird. Für dieses medizinisch wichtige Feld schätzen sie ein Marktpotenzial von über einer Milliarde US-Dollar.

Strategisch wird Asahi Kasei das Aicuris-Portfolio über seine US-Tochtergesellschaft Veloxis Pharmaceuticals weiterentwickeln. Hierbei sollen die Expertise von Veloxis in der Transplantationsimmunologie und die Forschungs- sowie Vermarktungskompetenzen von Aicuris im Bereich der Infektionskrankheiten synergetisch genutzt werden. Der Konzern geht davon aus, dass sich die Übernahme ab dem Geschäftsjahr 2028 positiv auf das Betriebsergebnis auswirken wird.