Zellen, Medien und Kultivierungsmethoden optimieren
MIP Magdeburg und Innocent Meat kooperieren zu kultiviertem Fleisch
Forschende des Max-Planck-Instituts für Dynamik komplexer technischer Systeme in Magdeburg beteiligen sich an einem Forschungsprojekt mit dem Start-up Innocent Meat. Gemeinsam wollen sie effizientere Herstellungsprozesse für kultiviertes Fleisch entwickeln.
Die Forschungseinrichtung übernimmt bestehende Zelllinien, Medien und Prozessansätze des Start-ups und testet diese in eigenen Reaktoren und Rückhaltesystemen.
Stefan Deutsch / Max-Planck-Institut Magdeburg
Im Fokus der
Kooperation steht, bestehende Verfahren aus der Pharma- und
Lebensmittelproduktion auf die zellbasierte Fleischherstellung zu übertragen
und anzupassen. Dafür sollen Zellen, Nährmedien und Kultivierungsmethoden
systematisch weiterentwickelt werden. Das Rostocker Start-up Innocent Meat
arbeitet an einem automatisierten Produktionssystem, das eine dezentrale
Herstellung in fleischverarbeitenden Betrieben ermöglichen soll.
Das
Magdeburger Wissenschaftlerteam bringt sein Know-how der Prozessintensivierung
mit verschiedenen kontinuierlichen Zellen und verschiedenen
Zellrückhaltesystemen in das Projekt ein. Diese Ansätze wurden bislang vor
allem bei der Herstellung viraler Impfstoffe eingesetzt und sollen nun auf
Anwendungen in der Lebensmitteltechnologie übertragen werden. Die
Forschungseinrichtung übernimmt bestehende Zelllinien, Medien und
Prozessansätze des Start-ups und testet diese in eigenen Reaktoren und
Rückhaltesystemen. Ziel ist es, Vergleiche zu ermöglichen und die Prozesse so
zu optimieren, dass hohe Zelldichten erreicht werden.
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft
und Energie im Rahmen des Programms Industrielle Bioökonomie, Baustein A gefördert.
Die Projektlaufzeit beträgt zwei Jahre. Die Förderung für den Magdeburger
Standort beläuft sich auf rund 285.000 Euro.