Prävention viraler und bakterieller Infektionskrankheiten

Lilly will drei Impfstoffentwickler übernehmen

Eli Lilly hat drei Übernahmevereinbarungen mit den Impfstoffherstellern Curevo, Limmatech Biologics und Vaccine Company bekannt gegeben. Ziel ist, langfristige gesundheitliche Folgen nach einer Infektionskrankheit durch eine vorbeugende Impfung zu verhindern.

Laborant mit Schutzbrille arbeitet an einer Probe zwischen Laborgeräten und Reagenzgefäßen.
Lilly hat vor, fast 4 Mrd. US-Dollar in drei Impfstoffhersteller zu investieren.

Nach Angaben von Lilly richten sich die Zukäufe auf Krankheitserreger, die mit langfristigen neurologischen, onkologischen oder reproduktiven Folgen in Verbindung stehen, sowie auf Bakterien, die aufgrund zunehmender Resistenzen schwer behandelbar sind. Werden Krankheiten möglichst frühzeitig verhindert, könnte man schwerwiegenden Folgeerkrankungen durch Infektionen Jahre später zuvorkommen.

Das Biotechnologieunternehmen Curevo entwickelt mit Amezosvatein einen Impfstoffkandidaten, um Gürtelrose bei Erwachsenen vorzubeugen. In einer Phase-2-Studie erreichte der Kandidat im direkten Vergleich mit der bestehenden Standardimpfung vergleichbare Immunantworten, zeigte jedoch geringere Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schüttelfrost und Schmerzen an der Injektionsstelle. Der Kaufpreis liegt nach aktuellen Schätzungen bei etwa 1,5 Mrd. US-Dollar.

Limmatech Biologics arbeitet an Impfstoffen gegen bakterielle Erreger wie Staphylococcus aureus, Neisseria gonorrhoeae und Chlamydia trachomatis, die zunehmend gegen Antibiotika resistent sind. Der Ansatz zielt auf die Toxine und Superantigene der Erreger ab, die maßgeblich zur Krankheitsentstehung beitragen. Das am weitesten fortgeschrittene Programm befindet sich in der Phase-1-Entwicklung zur Prävention von Infektionen mit S. aureus, den Hauptverursacher von Wundinfektionen nach chirurgischen Eingriffen. Der vereinbarte Kaufpreis kann sich inklusive Meilensteinzahlungen auf bis zu 780 Mio. US-Dollar belaufen.

Vaccine Company entwickelt In-vivo-Nanopartikel-Technologien, die eine Antigen-Präsentation ermöglichen sollen, wie sie für virusähnliche Partikel typisch ist, ohne deren aufwendige Herstellung. Der führende Impfstoffkandidat des Unternehmens richtet sich gegen das Epstein-Barr-Virus (EBV) und ist für den Eintritt in Phase 1 vorbereitet. Angesichts der zunehmenden Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem EBV und Multipler Sklerose sowie verschiedenen bösartigen Tumoren könnte ein prophylaktischer Impfstoff auch die langfristigen neurologischen und onkologischen Folgen, die auf eine Infektion folgen können, verhindern. Für diese Übernahme sind Zahlungen von bis zu 1,55 Mrd. US-Dollar vorgesehen, abhängig von klinischen und kommerziellen Erfolgen.