Akquisition von Proteinspezialist Bio-Techne
Merck stärkt Life-Science-Sektor mit Milliarden-Übernahme
Der Darmstädter Pharmakonzern Merck will die US-amerikanische Bio-Techne Corporation für rund 11,3 Mrd. US-Dollar übernehmen. Die Transaktion wäre der größte Zukauf Unternehmens seit der Akquisition von Sigma-Aldrich im Jahr 2015.
Merck
Merck und Bio-Techne
haben eine verbindliche Übernahmevereinbarung geschlossen, der Kaufpreis liegt
demnach bei 73 US-Dollar pro Aktie. Dies entspricht einer Prämie von 36 % auf den durchschnittlichen
Aktienkurs von Bio-Techne des letzten Monats.
Bio-Techne zählt der Unternehmensmitteilung zufolge zu den
führenden Anbietern rekombinanter Proteine mit 50 Jahren Erfahrung in der
Forschung und Entwicklung neuer Technologien und Behandlungsmethoden. Das Unternehmen
mit Sitz in Minneapolis beschäftigt weltweit über 3.000 Mitarbeitende, davon
2.300 in den USA.
Die Übernahme ist die erste große Amtshandlung des neuen CEO
Kai Beckmann, der Anfang Mai
2026 die Nachfolge von Belén Garijo angetreten hat. Beckmann bezeichnete den
Deal als „wichtigen Meilenstein“ zur Umsetzung der mittel- bis langfristigen
strategischen Agenda des Konzerns. Merck erweitert durch die Übernahme sein
Portfolio um ein weltweit etabliertes Angebot von Zytokinen, Wachstumsfaktoren,
Antikörpern und Immunoassay-Kits. Hinzu kommen Analyse- und Diagnose-Technologien
sowie Lösungen für die Zelltherapie. Darüber hinaus stärkt der Konzern gezielt
den Geschäftsbereich Process Solutions, indem die Präsenz in höherwertigen
Reagenzien, analytischen Anwendungen sowie Zell- und
Gentherapie-Arbeitsabläufen erweitert und die Kompetenzen in den Bereichen
Forschung, Entwicklung und Produktion gestärkt werden.
Die Transaktion soll bis Ende 2026 oder Anfang 2027
abgeschlossen werden, vorbehaltlich der üblichen Bedingungen und Genehmigungen.
Merck erwartet, durch die Integration der Innovationskraft von Bio-Techne in
das globale Produktions- und Vertriebsnetzwerk die nächste Generation
wissenschaftlicher Entdeckungen und therapeutischer Innovationen noch
effizienter unterstützen zu können. Zuletzt hatte Merck bereits sein Life-Science-Portfolio mit der Integration des Chromatographie-Geschäfts des US-Unternehmens JSR Life Sciences ausgebaut.