Petrochemie-Expertise für Small-Molecule-Produktion
Bristol Myers Squibb prüft Milliardenprojekt in Houston
Der US-Pharmakonzern Bristol Myers Squibb (BMS) prüft derzeit den Bau einer neuen, großformatigen Produktionsstätte am Standort Houston mit einem geplanten Investitionsvolumen von rund einer Milliarde US-Dollar.
Bristol Myers Squibb
Den bei der zuständigen Behörde eingereichten Unterlagen
zufolge sieht die Planung in einer ersten Phase den Bau eines ca. 55.700 m² großen Werks im
Generation Park Management District im Nordosten von Houston vor. Die Anlage
soll für künftige Kapazitätserweiterungen ausgelegt werden.
BMS begründet die Standortwahl unter anderem mit der in
Houston vorhandenen Expertise aus der petrochemischen
Industrie. Diese Fachkenntnisse ließen sich laut dem Unternehmen direkt
auf die Herstellung von Small Molecules,
also niedermolekularen Wirkstoffen, übertragen. Die dort produzierten
Arzneimittel sollen sowohl für den US-amerikanischen als auch für
internationale Märkte bestimmt sein.
Die Pläne in Texas sind Teil eines im vergangenen Jahr
angekündigten Investitionsprogramms von BMS in Höhe von insgesamt 40 Mrd. US-Dollar, das über fünf Jahre
in Forschung, Technologie und Fertigung in den USA fließen soll. Das Projekt
wird im Rahmen des texanischen „Jobs, Energy, Technology and Innovation“
(JETI)-Programms geprüft, das steuerliche Anreize für industrielle Großprojekte
bietet. Erst kürzlich hatte der Wettbewerber Eli Lilly dasselbe Programm für
ein massives 6,5-Milliarden-Dollar-Projekt in derselben Region genutzt.
Obwohl Houston als Favorit gilt, betont BMS, dass sich das
Projekt noch in der Prüfungsphase befindet. Ein Sprecher des Unternehmens
erklärte, dass man derzeit eine „umfassende und wettbewerbsorientierte
Bewertung mehrerer Märkte im Zentrum und Osten der USA“ durchführe, die über
entsprechende GMP-Fertigungskapazitäten
verfügen. Endgültige Zeitpläne oder Bestätigungen für den Standort Houston
liegen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vor.