Ausbau der US-Produktion in Pennsylvania
Johnson&Johnson plant Zelltherapie-Werk für eine Milliarde US-Dollar
Johnson & Johnson konkretisiert seinen angekündigten Ausbau der US-Produktion: Der Konzern will im Montgomery County, Pennsylvania), für mehr als 1 Mrd. US-Dollar eine „Next-Generation“-Produktionsstätte für Zelltherapien errichten.
Der US-Konzern Johnson&Johnson will über die nächsten vier Jahre mehr als 55 Mrd. US-Dollar im eigenen Land investieren. Neuestes Projekt in diesem Investitionsprogramm ist ein Werk für Zelltherapien im Bundesstaat Pennsylvania.
(Bild: Johnson&Johnson)
Die Ankündigung ist ein weiterer Baustein in J&Js großem US-Investitionsprogramm: Im März 2025 hatte das Unternehmen 55 Mrd. US-Dollar für den Ausbau von Fertigung und Infrastruktur in den USA avisiert, inklusive drei neuer Produktionsstandorte sowie Erweiterungen im bestehenden Pharma- und Medtech-Netzwerk.
Am Standort Montgomery County sollen nach Unternehmensangaben rund 500 dauerhafte Biomanufacturing-Arbeitsplätze entstehen. Während der Bauphase rechnet J&J zudem mit mehr als 4.000 Jobs im Bauumfeld. Einen Zeitplan für Fertigstellung oder Inbetriebnahme nannte das Unternehmen nicht.
Der Ausbau von US-Kapazitäten fällt in eine Phase, in der die Trump-Regierung zusätzliche Importzölle auf Pharmazeutika als industriepolitisches Druckmittel wiederholt in Aussicht gestellt hat – teils mit stufenweisen Erhöhungen, teils als sehr hohe Sätze auf bestimmte Arzneimittelimporte. Zugleich verfolgt das Weiße Haus beim Thema Arzneimittelpreise den "Most favored nation" (MFN)-Ansatz : Per Executive Order vom 12. Mai 2025 soll der US-Preis bestimmter Medikamente stärker an Preisen in vergleichbaren Industrieländern ausgerichtet werden, ergänzt durch freiwillige Herstellervereinbarungen und neue Beschaffungs-/Vertriebskanäle. Deutschland ist dabei explizit als eines der "vergleichbaren Industrieländer" gelistet .
Parallel zum Pennsylvania-Projekt verweist J&J auf weitere US-Vorhaben, darunter eine neue Fabrik in North Carolina sowie den Bau einer Biologics-Anlage für 2 Mrd. US-Dollar. Außerdem sicherte sich J&J über einen 2-Mrd.-US-Dollar-Deal langfristige Kapazitäten beim Auftragshersteller Fujifilm Biotechnologies in dessen Biomanufacturing-Campus in Holly Springs, ebenfalls in North Carolina.
Für J&J ist der Kapazitätsausbau auch mit dem eigenen Zelltherapie-Portfolio verknüpft: Das Unternehmen vermarktet die CAR-T-Therapie Carvykti gemeinsam mit Legend Biotech. Carvykti ist seit 2022 zugelassen und erreichte 2025 laut Bericht 1,9 Mrd. US-Dollar Umsatz; zugleich waren Zelltherapien branchenweit immer wieder durch Liefer- und Kapazitätsengpässe geprägt. J&J und Legend investierten unter anderem in zusätzliche Kapazitäten in New Jersey und setzten für die kommerzielle Fertigung auch auf den Pharmakonzern Novartis als Partner. Zudem wurde in Europa eine Kapazitätserweiterung in Gent, Belgien, mit rund 150 Mio. US-Dollar zusätzlicher Investitionen angekündigt, das Projekt soll 2028 fertiggestellt werden.