1) Was ist passiert?
Moderna hat bei der FDA die Zulassung für seinen mRNA-Grippeimpfstoff mRNA-1010 beantragt.
Die FDA hat eine “Refusal-to-File” (RTF)-Mitteilung geschickt: Der Antrag wird nicht einmal formal angenommen, also keine inhaltliche Review startet.
2) Warum hat die FDA “Refusal-to-File” geurteilt?
Streitpunkt ist das Studiendesign, genauer: der sogenannte Comparator, also die Vergleichsgrundlage.
In der großen Phase-3-Studie (über 40.000 Teilnehmende, 50+) hat Moderna mRNA-1010 gegen einen Standarddosis-Grippeimpfstoff verglichen und berichtet, mRNA-1010 sei ~27 % besser gewesen als ein zugelassener Impfstoff.
Die FDA sagt sinngemäß: Für ältere Menschen (insb. 65+) ist “Standarddosis” nicht die bestmögliche Vergleichstherapie, daher sei Studie für eine Zulassung nicht angemessen, weil der Comparator nicht den besten verfügbaren Therapie-Standard abbilde. Hintergrund ist, dass ein neues Produkt gegen einen zu schwachen Vergleich besser abschneiden kann, als es im klinischen Alltag der Fall wäre.
3) Warum ist das so brisant?
Hier prallen zwei Lesarten aufeinander:
Moderna sagt: “Wir haben das so mit der FDA vorher besprochen, 2024 war Standarddosis als Comparator akzeptiert.”FDA-Vorgehen wird interpretiert als: “Für 65+ hätte ein von Experten empfohlener Hochdosis- oder spezieller Senioren-Impfstoff als Kontrolle hergemusst; Standarddosis ist suboptimal.”
4) Was bedeutet RTF für Moderna konkret?
Kurzfristig: Kein Review, also keine schnelle US-Zulassung auf Basis dieses Antrags.
Nächste Schritte: Moderna will ein formelles Krisengespräch mit der FDA, um die weitere Vorgehensweise zu klären (z. B. welche zusätzlichen Daten/Analysen oder ggf. neue Studien nötig sind).
Außerhalb der USA: Der Impfstoff ist in der EU, Kanada und Australien weiter im Zulassungsverfahren.