Blistermaschine für Liquida
| von Rainer Schopp, Marketing Manager Uhlmann
  • Das produktschonende Handling steht bei der Blistermaschine BLU 400 an erster Stelle. Die Primärverpackung wird nicht beschädigt und die meist empfindlichen Medikamente werden vor Wärme geschützt.
  • Da die Maschine ohne Ausgleichschlaufen und mit Produktdrehung arbeitet, kann die gesamte Folienbreite genutzt werden, d.h. Produkte können sowohl längs als auch quer zur Folienlaufrichtung eingelegt werden.

Geht ein Produkt zu Bruch, ist die Reinigung wesentlich aufwendiger als bei Solida. Hinzu kommt, dass es sich bei Liquida oft um Biopharmaka handelt. Biochemisch hergestellte Arzneimittel, wie beispielsweise Impfstoffe oder Krebsmedikamente sind zum Teil wärmeempfindlich – und meist sehr teuer. Dies stellt hohe Anforderungen an die Verpackungsanlage. „Das produktschonende Handling steht bei der Blistermaschine BLU 400 an erster Stelle. Das bedeutet, dass die Primärverpackung nicht beschädigt wird und zudem die meist empfindlichen Medikamente vor Wärme geschützt werden“, so Werner Blersch, Global Product Manager bei Uhlmann. „Weitere zentrale Kundenanforderungen, die wir an der Maschine umgesetzt haben, sind Effizienz und Flexibilität im Maschinenaufbau.“

Produktschonendes Handling: sanft durch den Verpackungsprozess
Schon ganz am Anfang erfahren die befüllten Spritzen, Ampullen, Vials, Karpulen und Fläschchen eine schonende Behandlung. Die Zuführplatte der Lipro-Zuführung – Lipro steht für Liquid Products – befördert Produkte wie Ampullen, Vials, Karpulen und Fläschchen bis 30 mm Durchmesser stehend und in Micro-Steps zur Zuführwalze. Die Walze dreht die Produkte in eine horizontale Abholposition. Im Anschluss legt sie ein 4-Achs-Robotersystem in die Blisterhöfe ab. Die Walze dreht sich danach weiter: Dadurch wird sichergestellt, dass die Walze vor dem nächsten Fülltakt komplett entleert ist und nachkommende Produkte nicht beschädigt werden oder einen Maschinenstillstand verursachen. Zudem sind die Fallhöhen bei Störungen im Verpackungsprozess sehr gering, so dass ein Bruch der empfindlichen Liquidaprodukte verhindert wird. Je nach Format erreicht die Zuführung eine Geschwindigkeit von bis zu 1.665 Ampullen/min. Für Spritzen mit einem Durchmesser von 6,5 bis 26 mm Durchmesser ist die Sypro-Zuführung – Sypro steht für Syringe Products – verfügbar. Sie verarbeitet bis zu 350 Spritzen/min. Beide Zuführungen sind Uhlmann-Komponenten, die speziell auf den Einsatz in der Blistermaschine ausgelegt sind.

Nach der Zuführung geht es ebenso sanft weiter: Bevor die Produkte in Klemmblister eingedrückt werden, wird mechanisch geprüft, ob sie korrekt im Blister platziert sind. Nur dann werden die Liquida versetzt in die Blisterhöfe gedrückt. Durch das Eindrücken in zwei Schritten ist ein geringerer Kraftaufwand notwendig; dies minimiert, das Risiko einer Produktbeschädigung. Danach prüft ein Kamera-Inspektionssystem neben der Produktanwesenheit auch die Farbringcodierungen oder übernimmt vergleichbare Inspektionsaufgaben und steuert so die sichere Ausscheidung fehlerhafter Produkte. Bei gesiegelten Blistern wird vor dem Aufbringen der Deckfolie ebenfalls kontrolliert, ob die Produkte korrekt und flach im Blister liegen.

Gesiegelte Blister werden direkt nach dem Siegeln gekühlt, um den Inhalt vor Wärme zu schützen. Auch wenn es zu einer Störung im Verpackungsprozess kommt, werden die Produkte vor der Strahlungswärme der Siegelplatte bewahrt. In diesem Fall schiebt sich eine wassergekühlte Platte automatisch über die Blister in der Siegelstation. Generell ist die BLU 400 so konzipiert, dass die Anzahl der ausgeschiedenen Produkte auf ein absolutes Minimum beschränkt wird. Bei einem Maschinenstillstand wird der Takt zu Ende gefahren, damit nur die Produkte ausgeschieden werden, die fehlerhaft sind. Zwischen Blistermaschine und Kartonierer besteht optional die Möglichkeit, eine Bulk-Austragung für nicht kartonierte Blister zu integrieren. Diese dient auch dazu, die empfindlichen Produkte bei Störungen rasch aus der Maschine zu entnehmen, um sie schnell wieder kühlen zu können.

Insgesamt läuft die Folie in der Anlage im Einzeltakt geradlinig und ohne Ausgleichschlaufen durch die gesamte Anlage. Einerseits ist dies notwendig, weil durch die zum Teil großformatigen Blister mit tiefen Blisterhöfen wenig Biegung möglich ist – schließlich bietet die Maschine eine Ziehtiefe von 12 bis 42 mm. Andererseits kann so eine sichere Führung der Blister durch den gesamten Verpackungsprozess garantiert werden. Hier ist die Philosophie des Herstellers, ein Produkt so lang wie möglich im Prozess zu belassen, da es bei der Ausscheidung eventuell beschädigt werden könnte. Dies zeigt sich zum Beispiel bei der Blisterübergabe an den Kartonierer, wo ausschließlich vollständige Stapel übergeben werden.

„Das produktschonende Handling bringt gleichzeitig eine hohe Effizienz. Denn je sorgfältiger mit den Produkten umgegangen wird, desto weniger Produkte werden ausgeschieden, desto weniger muss gereinigt oder nachgearbeitet werden, desto kürzer sind die Stillstandzeiten und desto höher ist die Produktivität der Anlage“, erklärt Werner Blersch. „Darüber hinaus haben wir weitere Funktionen entwickelt, die die Effizienz der Blistermaschine erhöhen.“

Effizienz: mit Dreh- und C-Station zu hoher Leistung
Da die BLU 400 ohne Ausgleichschlaufen und mit Produktdrehung arbeitet, kann die gesamte Folienbreite genutzt werden, d.h. Produkte können sowohl längs als auch quer zur Folienlaufrichtung eingelegt werden – bei einer Blistergröße von min. 20 x 60 bis maximal 195 x
284 mm. Dabei ist nicht nur die maßgeschneiderte Zuführung darauf ausgelegt, die Produkte längs oder quer zu platzieren. Auch die Übergabe der befüllten Blister an den Kartonierer ist entsprechend gestaltet: Ein Greifer platziert sie auf einem Drehteller, der sich um 180° oder 270° dreht, so dass die Blister in die Faltschachtel eingeschoben werden können. „Wenn der Pharmahersteller die Folienbreite optimal ausnutzen kann, bedeutet dies nicht nur eine hohe Leistung, sondern auch weniger Materialkosten und weniger Folienabfall“, erläutert Werner Blersch. Eine zusätzliche Material- und Abfallersparnis bringen die verschiedenen Stanzmodi der BLU 400. Mit ihnen lässt sich jedes Format abbilden und das Material maximal ausnutzen.

Ebenfalls auf die Gesamtleistung wirken sich die schnellen Formatwechsel und die leichte Reinigung aus. Für den einfachen Wechsel von einem Format zum anderen bauten die Konstrukteure die Stationen in C-Bauweise, was sich in anderen Anlagen bereits bewährt hat. Die wenigen, leichten Formatteile können so problemlos und ohne Werkzeug ausgetauscht werden. Alle Flächen sind reinigungsfreundlich gestaltet.

Auch nach der Reinigung und dem Wechsel der Formatteile herrscht Effizienz. Statt der manuellen Einstellung der Heiz-, Form-, Siegel- und Präge- bzw. Perforierstation richten sich diese automatisch aus. Weitere Parameter und Informationen zu Formatwechseln sind in der Steuerung Smartcontrol hinterlegt, die den Bediener intuitiv durch die Prozesse führt.

Wie alle Anlagen des Herstellers ist auch die BLU 400 nach der „100%-Gut-Packungs-Philosophie“ aufgebaut. Dies bedeutet, dass nur verkaufsfähige Produkte an den nächsten Prozessschritt übergeben werden. So ist beispielsweise an der Übergabe zwischen Blistermaschine und Kartonierer eine Einzelblisterausscheidung integriert; nur Gutblister werden an den Kartonierer übergeben oder können optional mittels Bulk-Ausscheidung entnommen werden.

Flexibler Maschinenaufbau für jede Anforderung
Liquida sind oft hochpreisig. Im Gegensatz zu den meist günstigen Solida lohnen sich dadurch unter Umständen auch manuelle Arbeitsschritte. Dieser Aspekt wurde beim Aufbau der Maschine berücksichtigt. Optional kann die Anlage mit einer Minimalgeschwindigkeit von drei Takten/min gefahren werden, so dass auch eine Handeinlage im Füllstreckenbereich möglich ist. Siegeldauer, Temperatur, Druck in der Siegelstation und Prozesszeiten bleiben dabei unverändert, lediglich die Pausenzeit variiert. Damit ist auch bei sehr niedrigen oder sehr hohen Geschwindigkeiten eine immer gleiche Verarbeitungsqualität gewährleistet. Eine Revalidierung ist dabei nicht erforderlich. Vor dem Kartonieren besteht optional die Möglichkeit, Produkte manuell zuzuführen.

Insgesamt ist die Blistermaschine modular aufgebaut. Will ein Pharmahersteller ein ganz anderes Liquidaformat verarbeiten oder ein weiteres hinzufügen, kann zum Beispiel die Füllstrecke vor Ort ausgetauscht werden. Wahlweise ist das Verarbeiten von Klemmblistern oder gesiegelten Blistern möglich. Form- und Deckfolie können entweder integriert oder außerhalb der Maschine installiert werden, je nach Anforderung des Kunden. Werner Blersch hierzu: „Jedes Pharma-Unternehmen muss sich flexibel für die Zukunft aufstellen. Wir liefern die passenden Linien und Services dafür. Wer sich für unsere Blistermaschine entscheidet, bekommt eine speziell auf Liquida ausgelegte Verpackungsanlage, die nicht nur heute eine gute Leistung bringt, sondern auch zukunftsfähig ist.“

 

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