Grafiken

1 und 2: CO2-Emission bzw. Energieverbrauch von gängigen Verpackungsmaterialien.
3 und 4: CO2-Emission und Energieverbrauch einer Alu-Getränkedose, einer PET-Flasche und einer Glasflasche für 0,33 l Cola. (Bild: Redaktion)

In Zeiten der unbegrenzten Auswahl scheint einem das ab einem gewissen Zeitpunkt eher Fluch als Segen zu sein. Ein Beispiel. Softgetränke wie die allerseits beliebte Cola können Verbraucherinnen und Verbraucher aktuell in drei verschiedenen Verpackungen im Supermarkt erstehen: in der Glasflasche, in der Getränkedose aus Aluminium oder in der PET-Flasche. Viele würden einfach zur günstigsten Alternative greifen.

Wenn es sich um eine umweltbewusste Person handelt, würde sie vielleicht googeln welche der drei Alternativen die beste bezüglich der Bilanz ist.

Und trotz oder gerade wegen der unbegrenzten Auswahl, die uns heutzutage das Internet bietet, ist es schwer, verlässliche Informationen zu dem Thema zu finden. Denn wie bei vielen Fragen, die im ersten Moment einfach klingen, gibt es auf die Frage nach der Bilanz von Verpackungsmaterialien keine einfache Antwort. Und wenn es eine gäbe, wäre es die unbefriedigendste von allen: es kommt darauf an.

Aber keine Sorge, wir haben Sie nicht durch falsche Versprechungen in diesen Artikel gelockt. Die Grafiken 1 und 2 vergleichen, wie viel CO2 bei der Produktion von jeweils einem Kilogramm Papier, Aluminium, Glas und Plastik entsteht und wie viel Energie die Materialien während ihrer Produktion verbrauchen.

Beachten Sie jedoch, dass wir uns nur auf die Materialien konzentriert und keine Lebenszyklus-Analyse erstellt haben. In den Diagrammen ist demnach nicht miteinbezogen, dass beispielsweise schwere Materialien mehr CO2 bei ihrem Transport verursachen.

Wenn man sich diese Zahlen ansieht, sollte man im Hinterkopf behalten, dass es für eine fundierte Kaufentscheidung, um zur Cola zurückzukehren, noch sehr viel mehr braucht. Die Energiebilanz eines Materials ist besser, wenn erneuerbare Energien bei der Produktion eingesetzt werden. Deshalb hat die Aluminiumproduktion in Norwegen zum Beispiel einen geringeren Energie-Fußabdruck, als in Deutschland. Eine weitere Rolle spielt der Produktions­standort, wenn es um den Transport geht. Glas ist beispielsweise schwerer als Plastik und deshalb erzeugt die Cola im Glas auf einem Transportweg mehr CO2 als dieselbe Menge Cola auf derselben Strecke in Plastik abgefüllt.

Cola ist nicht gleich Cola

Auch in Betracht ziehen sollte man, dass die Daten in den Diagrammen pro Kilogramm eines der Materialien sind. In einer Getränkedose ist allerdings ein geringerer Anteil Aluminium verarbeitet als Glas in einer Glasflasche.

Deswegen haben wir in den Diagrammen 3 und 4 auf der rechten Seite noch einmal die Cola bemüht und die Fußabdrücke berechnet, die durch das Material entstehen, in dem 0,33 l des Softdrinks abgefüllt sind. Für unsere Berechnung sind wir von folgenden Gewichten ausgegangen: Getränkedose 12,2 g, Glasflasche 390 g und PET-Flasche 18 g.

Ebenfalls wichtig ist die Recyclingrate eines Materials, denn häufig verbraucht das Recycling sehr viel weniger Ressourcen als neu hergestelltes Material. Im Fall von Getränkedosen aus Aluminiumblech liegt die Rate in Deutschland bei 99 %, europaweit bei 76 %. Da die Dosen getrennt von anderem Aluminiumabfall recycelt werden, kann die verwendete Legierung dadurch quasi sortenrein zurückgewonnen werden. Gerade bei Aluminium gibt es viele verschiedene Legierungen, die für die jeweilige Anwendung optimiert sind. Das Problem ist, dass beim Recycling alle Legierungen zusammengeschmolzen werden, weil die Komponenten nicht getrennt werden können. Dadurch kann recyceltes Aluminium nur noch wenige Funktionen erfüllen, in den meisten Fällen kommt es damit zum Downcycling des Materials. Ausgenommen davon sind, wie oben erwähnt, die Getränkedosen.

Bei der schieren Menge an Dingen, die Verbraucherinnen und Verbraucher bei einer Verpackung beachten könnten, kapituliert wohl selbst die motivierteste Umweltschützerin. Dabei wollte sie doch nur eine Cola.

Trotzdem hoffen wir, dass wir Ihnen durch unsere Werte eine erste Übersicht geben konnten und Sie jetzt wissen, worauf Sie in Zukunft achten können. Diesen Beitrag finden Sie auch online auf unserer Webseite www.pharma-food.de, wo wir Ihnen alle unsere Quellen verlinkt haben und Sie noch weitere Zahlen einsehen können.

Entscheider-Facts

  • Die Ökobilanz von Verpackungen wird für Verbraucher immer mehr zum Kaufkriterium.
  • Wir haben verglichen, wie viel CO2 bei der Produktion von jeweils einem Kilogramm Papier, Aluminium, Glas und Plastik entsteht und wie viel Energie die Materialien während ihrer Produktion verbrauchen.

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