Käufer für Standort bei Basel gesucht

Roche will Rocephin-Produktion in der Schweiz abgeben

Roche sucht einen Partner oder Käufer für seine Produktionsstätte des Antibiotikums Rocephin in der Nähe des Konzernsitzes in Basel. Die dortige Produktion sieht der Pharmakonzern zunehmend unwirtschaftlich.

Roche-Areal in Basel
Roche-Areal in Basel

Laut einem Bericht der Schweizer AWP Finanznachrichten betrifft der Schritt den Standort Kaiseraugst; die dortige Produktion soll bis Ende des Jahrzehnts auslaufen. Roche spricht in diesem Zusammenhang von rund 100 Beschäftigten am Werk und betont, der Verkaufsprozess werde nicht vor Ende der 2020er Jahre abgeschlossen sein. Roche verweist zudem darauf, dass der Schritt erst nach zweijährigen, erfolglosen Gesprächen mit der EU-Behörde HERA (Health Emergency Response Authority) und dem Schweizer Bundesamt für Gesundheit erfolgt sei – Ziel sei es gewesen, ein Modell für eine „nachhaltige Produktion“ am Standort zu sichern. Trotz der geplanten Veräußerung betont Roche, nicht aus dem Antibiotika-Segment aussteigen zu wollen.

Nach Angaben des Unternehmens wird die Fertigung in der Schweiz zunehmend „nicht mehr nachhaltig“ – unter anderem wegen steigender Herstellungskosten, sinkender Erstattungspreise und des weltweit hohen Generika-Anteils. Der Vorgang fällt in eine Phase, in der sich europäische Hersteller zunehmend aus dem Generika-Geschäft zurückziehen: Regulatorische und Umweltauflagen sowie der Preisdruck machten die Produktion weniger attraktiv, während die EU bei Wirkstoffen und Produkten teils stark von Asien abhängig ist. Parallel arbeitet die EU an einem Critical Medicines Act, der unter anderem die Versorgungssicherheit erhöhen und Engpässe adressieren soll.