Therapie unterstützt das Immunsystem

Antibiotikaresistente Infektionen mit mRNA bekämpfen

Forschende der Icahn School of Medicine haben eine mRNA-basierte Therapie entwickelt, die antibiotikaresistente Bakterien bekämpft. Der Ansatz aktiviert die Schutzreaktion des Immunsystems und wurde bisher in präklinischen Modellen getestet.

Forschende der Icahn School of Medicine haben eine mRNA-basierte Therapie entwickelt, die antibiotikaresistente Bakterien bekämpft. Der Ansatz aktiviert die Schutzreaktion des Immunsystems und wurde bisher in präklinischen Modellen getestet.
Peptibody-vermittelte Mechanismen der Bakterienabtötung und Immunaktivierung.

Forschende der Icahn School of Medicine des US-Krankenhausbetreibers Mount Sinai haben gemeinsam mit Kooperationspartnern erste Erfolge mit einer mRNA-basierten Therapie zum Bekämpfen antibiotikaresistenter Bakterien erzielt.

In Mausmodellen mit multiresistenten Staphylococcus aureus und Pseudomonas aeruginosa wurde die Therapie bei wiederholter Verabreichung gut vertragen, reduzierte die Bakterienzahl in der Lunge, verringerte Entzündungen und bewahrte die normale Lungenstruktur, berichten die Forschenden. Darüber hinaus zeigten Laboruntersuchungen mit menschlichem Lungengewebe ähnliche Ergebnisse, was belegt, dass die Therapie mit menschlichen Immunzellen zusammenwirken könnte.

Wie funktioniert die Therapie?

Für die Therapie wird einem Patienten mRNA verabreicht, die seinen Körper anweist, ein spezielles, infektionsbekämpfendes Protein namens „Peptibody“ zu produzieren. Dieses Peptibody soll an der Infektionsstelle zwei Aufgaben erfüllen: schädliche Bakterien direkt abbauen und Immunzellen rekrutieren, um diese zu beseitigen.

Um die mRNA sicher in den Körper des Patienten zu bringen, ist diese in Lipid-Nanopartikeln eingehüllt. Diese schützen die mRNA auf ihrem Weg durch den Körper und helfen ihr, in die Zellen einzudringen. Sie enthalten außerdem einen zusätzlichen Wirkstoff, der schädliche Entzündungen begrenzt, indem er überschüssige reaktive Sauerstoffspezies neutralisiert. Dabei handelt es sich um hochreaktive Moleküle, die der Körper während einer Infektion produziert und die Gewebe schädigen können, was oft zu den Symptomen schwer zu behandelnder Infektionen beiträgt.

Warum braucht es die Therapie?

Antibiotikaresistente Infektionen sind eine wachsende globale Bedrohung, durch die jedes Jahr mehr als 1,2 Mio. Menschen sterben und die weltweit zu fast 5 Mio. Todesfällen beiträgt. Experten warnen, dass die Resistenz bei fast allen wichtigen Bakterienarten zunimmt, was Routineoperationen, Krebsbehandlungen und die Neugeborenenpflege gefährdet.

Was ist der nächste Schritt?

Als Nächstes planen die Forschenden, die präklinischen Studien fortzusetzen und schließlich zu klinischen Studien am Menschen überzugehen, um die Sicherheit, Dosierung und Wirksamkeit zu bewerten. Die Therapie befindet sich noch in einem frühen Stadium.