Standortschließungen und mehr als 200 Stellenstreichungen
Sanofi konsolidiert US-Präsenz nach Blueprint-Übernahme
Nach der Übernahme des Biotech-Unternehmens Blueprint Medicines baut der Pharmakonzern Sanofi in Massachusetts 229 Arbeitsplätze ab und schließt zwei US-Standorte. Es ist der erste größere Stellenabbau unter der neuen CEO Belén Garijo.
Sanofi
Der Stellenabbau betrifft 229 Mitarbeitende des vollständig in Sanofi eingegliederten Unternehmens Blueprint Medicines, geht aus einer offiziellen WARN-Meldung (Worker Adjustment and Retraining Notification) des Bundesstaates Massachusetts hervor. Die Entlassungen sollen gestaffelt zwischen Oktober 2026 und Juni 2027 stattfinden. Vor der Übernahme beschäftigte Blueprint rund 682 Vollzeitkräfte. Ein Sanofi-Sprecher betonte, dass viele Blueprint-Mitarbeitende zu Sanofi wechseln und den Betroffenen Unterstützung während des Übergangs geboten werden soll.
Die Restrukturierung erfolgt rund ein Jahr nach dem Abschluss der 9,1 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme von Blueprint Medicines. Sanofi hatte die Akquisition im Juni 2025 angekündigt, um sich insbesondere das Immunpräparat Ayvakit sowie weitere KIT-Inhibitor-Pipelinekandidaten zu sichern.
Neben dem Personalabbau strafft Sanofi auch seine Standortstruktur in Cambridge, Massachusetts. Zwei bisherige Blueprint-Niederlassungen werden geschlossen, darunter der einstige globale Hauptsitz. Die verbleibenden Blueprint-Mitarbeiter werden an den 2022 eröffneten Großcampus von Sanofi in Cambridge Crossing verlegt, wo der Konzern seine Bostoner Aktivitäten bündelt.
Strategischer Umbau unter neuer Führung
Bereits vor den aktuellen Entlassungen hatten mehrere hochrangige Führungskräfte von Blueprint das Unternehmen verlassen: Kate Haviland, ehemalige CEO von Blueprint, übernahm die Position der Board-Vorsitzenden bei GC Therapeutics. CSO Percy Carter wechselte zu Pfizer und leitet dort den Bereich für präklinische und translationale Wissenschaften. CCO Philina Lee ist nun CEO des radiopharmazeutischen Unternehmens Advancell.
Die angekündigten Maßnahmen könnten Vorboten einer weitreichenderen strategischen Neuausrichtung bei Sanofi sein: Nach der Ablösung des bisherigen CEO Paul Hudson übernahm Belén Garijo am 1. Mai 2026 den Posten der Vorstandsvorsitzenden, nachdem ihr Vertrag als CEO des deutschen Pharmakonzerns Merck planmäßig geendet hatte. Garijo betonte in ihrer ersten Analystenkonferenz Ende Juli die Notwendigkeit, bestehende Herausforderungen mit Dringlichkeit anzugehen, um das mittel- und langfristige Wachstum zu sichern. Sie strebt eine Unternehmenskultur an, die von größerer Eigenverantwortung und schnelleren, agileren Entscheidungsprozessen geprägt ist.