Gemeinsame Entwicklung und Vermarktung

Roche arbeitet mit Nurix an Protein-Degradationstherapie

Roche will gemeinsam mit Nurix dessen Prüfpräparat Bexobrutideg, das die Bruton-Tyrosinkinase hemmt, entwickeln und vermarkten. Das umfasst einen klinischen Entwicklungsplan für die Bereiche Onkologie, Immunologie und Neurologie.

Behandschuhte Hand hält eine transparente Laborprobe mit pinker Flüssigkeit in einem Labor.
Bexobrutideg soll im Sommer 2026 in die Phase-III-Studie zur Zweitlinientherapie von CLL eintreten.

Gemäß der Vereinbarung erhält das Biopharma-Unternehmen Nurix eine Vorauszahlung von 700 Mio. US-Dollar und hat Anspruch auf Meilensteinzahlungen für Entwicklung, Zulassung und Vertrieb. Der potenzielle Gesamtwert der Transaktion beträgt bis zu 2,3 Mrd. US-Dollar. Die Entwicklungskosten werden zu 40 % vom Biopharma-Unternehmen und zu 60 % von Roche getragen. Die Parteien teilen sich die Gewinne und Verluste aus der Vermarktung in den USA zu gleichen Teilen. Außerhalb der USA ist der Schweizer Konzern für die Vermarktung verantwortlich, wobei das Biopharma-Unternehmen Lizenzgebühren im niedrigen bis hohen zweistelligen Prozentbereich erhält.

An die Bruton-Tyrosinkinase (BTK) gerichtete Wirkstoffe stellen eine führende Klasse im wachsenden Markt für Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) und chronische lymphatische Leukämie (CLL) dar. In der Hämatologie kommt es bei vielen CLL-Patienten letztendlich zu eine Fortschreiten der Krankheit aufgrund erworbener Resistenzmutationen, unvollständiger Suppression des Signalwegs oder Unverträglichkeit, was die Langzeitanwendung einschränkt.

Resistenzmechanismen überwinden

Bexobrutideg, ein oraler, zielgerichteter BTK-Degrader, soll im Sommer 2026 in die Phase-III-Studie zur Zweitlinientherapie von CLL eintreten. Vorliegende klinische Daten deuten darauf hin, dass das Präparat das Potenzial hat, sich zu einer Behandlungsoption mit höherer Wirksamkeit und besserer Verträglichkeit als etablierte Therapien zu entwickeln. Darüber hinaus könnte es Resistenzmechanismen überwinden, die bei den derzeitigen Standardtherapien mit BTK-Inhibitoren auftreten.

BTK ist nicht nur ein etabliertes Zielmolekül bei B-Zell-Malignomen, sondern auch ein wichtiger Signalweg für verschiedene Erkrankungen in der Immunologie und Neurologie. Da Bexobrutidg sowohl die Kinase- als auch die Gerüstfunktion von BTK in verschiedenen Immunzelltypen hemmt, birgt es das Potenzial für eine verbesserte Wirksamkeit und Langzeitwirkung bei diesen Erkrankungen.