Finanzierungspaket von 108,3 Mio. US-Dollar gesichert
Biovac errichtet erste integrierte Impfstoff-Produktion in Afrika
Das südafrikanische Pharmaunternehmen Biovac hat ein Finanzierungspaket in Höhe von 108,3 Millionen US-Dollar für den Bau einer neuen Produktionsstätte in Kapstadt abgeschlossen. Die EU beteiligt sich mit 75 Mio. Euro.
KI-generiert mit ChatGPT / OpenAI
Das Projekt umfasst die Errichtung der ersten Anlage auf dem
afrikanischen Kontinent, die für eine durchgängige Fertigung verschiedener
Impfstoffe ausgelegt ist. Die Fertigstellung der Anlage ist für das Jahr
2028 geplant. Das technologische Spektrum der Produktion umfasst zunächst die Produktion
von oralen Cholera-Impfstoffen mit einer jährlichen Kapazität von 30 bis 40
Millionen Dosen. Dies etwa 40 % des weltweiten Versorgungsmangels in diesem
Segment decken. In schrittweisen Erweiterungen der Anlage soll die Produktion
von Impfstoffen gegen Polio, Pneumokokken und Meningitis hinzukommen. Die
Auslieferung soll primär über regionale Märkte sowie internationale
Organisationen wie UNICEF und die Impfstoffallianz Gavi erfolgen.
Die Finanzierung wird unter der Federführung der
International Finance Corporation (IFC) bereitgestellt. Sie setzt sich aus
einem vorrangigen Darlehen der IFC in Höhe von 20 Mio. US-Dollar sowie einer
Quasi-Eigenkapital-Investition der Europäische Investitionsbank-Gruppe (EIB)
und der Europäischen Kommission in Höhe von 75 Mio. Euro (ca. 88,3 Mio.
US-Dollar) zusammen. Die Mittel der EIB werden über das Human Development
Accelerator (HDX)-Garantieprogramm bereitgestellt, welches von der Gates
Foundation unterstützt wird.
Das Projekt ist Teil der Global Gateway-Strategie der EU und
unterstützt die Vision 2040 der Afrikanischen Union, die eine Steigerung der
lokalen Impfstoffproduktion auf 60 % anstrebt. Zudem ist das Projekt in die
AIM2030-Initiative eingebunden, die den Zugang zu Gesundheitsprodukten in
Afrika verbessern soll.
Durch die Ansiedlung entstehen voraussichtlich mehr als 340
qualifizierte Arbeitsplätze direkt am Standort Kapstadt sowie etwa 7.000
indirekte Stellen. Laut Biovac-CEO Morena Makhoana dient die Investition der
Stärkung des Technologietransfers und der Innovationsfähigkeit innerhalb der
Region. Biovac festigt mit dieser Investition seine Position, nachdem das
Unternehmen bereits 2024 Kooperationen mit Sanofi und EuBiologics für die
Produktion kritischer Impfstoffe eingegangen ist.
Die Entwicklung steht im Gegensatz zu anderen regionalen
Projekten, wie dem gestoppten Vorhaben von Moderna in Kenia, und zielt auf eine
langfristige Erhöhung der afrikanischen Impfstoff-Souveränität ab.