Grund sind Änderungen der Gesundheitspolitik in Deutschland
Boehringer und Lilly verringern geplante Investitionen
Zwei große Pharmaunternehmen stellen ihre Investitionspläne in Deutschland infrage. Sowohl Boehringer Ingelheim als auch Eli Lilly haben angekündigt, geplante Projekte zu reduzieren oder auszusetzen, berichten Handelsblatt und SWR.
Beide Unternehmen führen die geplante Reform der gesetzlichen Krankenversicherung als einen zentralen Faktor an, ihre Investitionen in Deutschland zurückzuziehen.
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Boehringer
Ingelheim stoppt nach Angaben des Handelsblatts Investitionen in Höhe von rund
900 Mio. Euro, die zwischen 2027 und 2030 an deutschen Standorten vorgesehen
waren. Das Unternehmen bestätigte demnach entsprechende Planänderungen. Die
Mittel sollten unter anderem in Infrastrukturmaßnahmen wie neue Laborgebäude
fließen. Als Gründe nennt der Pharmakonzern die aktuellen Rahmenbedingungen in
Deutschland, darunter geplante Änderungen in der Gesundheitspolitik mit höheren
Rabatten für Arzneimittel sowie eine stärkere Dynamik in anderen Märkten.
Zusätzlich spielt der internationale Wettbewerbsdruck eine Rolle, insbesondere in
Asien und den USA.
Parallel
dazu reduziert Eli Lilly seine Investitionen am Standort Alzey deutlich. Der
Konzern hat die Entscheidung über das Umsetzen des noch ausstehenden Projektumfangs
von 1,5 Mrd. US-Dollar, auf Eis gelegt, berichtete der SWR. Ursprünglich war
eine Investition von bis zu 2,5 Mrd. US-Dollar vorgesehen, verbunden mit bis zu
1.000 Arbeitsplätzen. Die Produktionsanlage soll weiterhin realisiert werden –
der Innenausbau in Alzey startete Ende 2025 – allerdings mit geringerer
Kapazität und geplanter Inbetriebnahme im Jahr 2027. Ein Teil der ursprünglich
vorgesehenen Investitionen und Stellen entfällt demzufolge.
Beide Unternehmen führen die geplante Reform der
gesetzlichen Krankenversicherung als einen zentralen Faktor an, die unter
anderem höhere Preisnachlässe für Arzneimittel vorsieht. Auch Vertreter aus
Politik und Wirtschaft sehen darin einen wesentlichen Auslöser für die
Entscheidungen, dem Bericht des SWR zufolge. In Rheinland-Pfalz haben die
Ankündigungen politische Reaktionen ausgelöst. Vertreter der Landesregierung
und Kommunen sehen die Investitionskürzungen als Warnsignal für den Standort
Deutschland und fordern verlässlichere Rahmenbedingungen.