Der US-Pharmakonzern Merck & Co, der in Europa unter dem Namen MSD auftritt, will sich aufspalten. Etwa die Hälfte des Produktportfolios bei Humanarzneimitteln sowie ein Viertel der Produktionsstätten sollen in ein neues, millardenschweres Unternehmen aufgehen.
Jona GoebelbeckerJonaGoebelbecker
Platz 5 geht an das forschungsorientierte Pharmaunternehmen Merck & Co. Die US-Amerikaner konnten 2018 einen Umsatz von 42,3 Mrd. US-D erwirtschaften. Das Produktprogramm von Merck umfasst Medikamente zur Bekämpfung von Krebs, multipler Sklerose, Unfruchtbarkeit, Diabetes oder Erkrankungen der Schilddrüse und des Herz-Kreislauf-Systems. Das Angebot wird ergänzt durch Laborchemikalien, Lösungsmittel, Filtertechniken für die Wasseraufbereitung sowie Bioprozessverfahren und bioanalytische Services für die Pharmaindustrie.(Bild: Merck & Co)
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Merck & Co (MSD) will sich verstärkt auf die Krebsmedizin konzentrieren.
Diese neue Gesellschaft soll die Sparten Frauengesundheit und Biosimilars sowie ältere Markenmedikamente, vor allem in den Bereichen Dermatologie, Schmerz, Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf, übernehmen. Merck bzw. MSD will sich dagegen künftig auf die selbsternannten „Wachstumstreiber“ Krebsmedizin, Krankenhaus-Produkte, Impfstoffe und Tiergesundheit konzentrieren. Dort ist das Unternehmen derzeit etwa mit dem Blockbuster-Krebsmittel Keytruda sehr erfolgreich, das 2019 einen Umsatz von über 10 Mrd. Euro erzielte. Die Börse nahm die Abspaltungspläne zunächst skeptisch aufgenommen, die Merck-Aktie verlor knapp 4 %.
Abspaltung soll Geld in die Kassen spülen
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Den Schritt hatte MSD am Mittwoch, 5. Februar, in einer Mitteilung bekanntgemacht. Von der Abspaltung erwartet sich das Unternehmen demnach bis 2024 Einsparungen von jährlich mehr als 1,5 Mrd. US-Dollar. Die operative Marge soll dadurch auf über 40 % steigen – mehr als der Konzern vor den Abspaltungsplänen angepeilt hatte. Außerdem erhofft sich der Pharmakonzern vom neuen Unternehmen eine „steuerfreie Sonderdividende“ in Höhe von 8 bis 9 Mrd. Dollar. Darüber hinaus soll die abgespaltete Gesellschaft zwischen 8,5 und 9,5 Mrd. Dollar an Schulden übernehmen. Das Management von Merck & Co rechnet damit, dass die Transaktion im ersten Halbjahr 2021 abgeschlossen sein wird.
Neue Gesellschaft „führend in Frauengesundheit“
Für die neue Gesellschaft gibt es noch keinen Namen. Sie soll den Plänen zufolge aber vor allem in der Frauengesundheit eine weltweit führende Rolle einnehmen. Zum Portfolio gehört dort unter anderem das Hormonimplantat Nexplanon. Der Umsatz des neuen Unternehmens werde nach der Abspaltung 2021 bei etwa 6,5 Mrd. US-Dollar liegen, 75 % davon außerhalb der USA. Außerdem sei ein jährliches Umsatzwachstum im „niedrigen einstelligen Bereich“ zu erwarten. Die erwarteten Margen lägen im mittleren 30-Prozentbereich und damit deutlich unter den bei Merck verbleibenden Bereichen. Auch hier erwartet der Pharmakonzern jedoch „Wachstum“. Das neue Unternehmen wird voraussichtlich in New Jersey im Bundesstaat Philadelphia sitzen, die Mitarbeiterzahl soll zu Beginn bei 10.000 bis 11.000 liegen. (jg)
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Die 7 größten Pharmaunternehmen der Welt
In dieser Bildergalerie finden Sie eine Liste der weltweit größten Pharmahersteller nach Umsatz 2019. Für die Platzierungen wurde jeweils der Umsatz des gesamten Unternehmens berücksichtigt.Quelle: Handelsblatt;(Bild: Evgeny Rannev – Fotolia )
Platz 7 geht an GlaxoSmithKline. Das britische Unternehmen, welches sich vorrangig auf die Produktion von Medikamenten gegen Asthma, HIV/Aids, Malaria, Depression, Migräne, Diabetes und Krebs konzentriert, konnte im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von 38,9 Mrd. US-D erwirtschaften.(Bild: Glaxosmithkline )
Die Top 7 knapp verpasst haben in diesem Jahr der Pharmakonzern Glaxo Smith Kline (2019: 43,92 Mrd. USD Umsatz) und der französische Hersteller Sanofi (39 Mrd. USD). Im Vorjahr erreichten diese die Plätze 7 un 6, und es ist vor allem zwei Neuzugängen in der Top 7-Liste geschuldet, dass diese nun noch die Plätze 9 und 8 (GSK) erreichen.(Bild: Sanofi )
Platz 7 geht an das forschungsorientierte Pharmaunternehmen Merck & Co. Die US-Amerikaner konnten 2019 den Umsatz von 42,3 Mrd. USD auf 46,8 Mrd. USD steigern. Das Produktprogramm von Merck umfasst Arzneimittel, Impfstoffe und Biologika zur Bekämpfung von Krebs, kardiovaskulären Erkrankungen, Alzheimer und Infektions-krankheiten wie HIV und Ebola sowie Präparate für die Tiergesundheit.(Bild: MSD )
Mit einem Umsatz von 47,5 Mrd. USD fiel Novartis in 2019 von Platz 4 auf Platz 6 zurück. Der Umsatz sank in 2019 gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Mrd. USD. Das schweizerische Unternehmen erforscht, entwickelt und vertreibt Produkte zur Krankheitsbehandlung und Prophylaxe von Atemwegs- und Augenerkrankungen, Infektionskrankheiten, Onkologie und Hämatologie, Neurologie sowie Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen.(Bild: Novartis )
Runter vom Treppchen auf Platz 4 landete in 2019 der US-Konzern Pfizer. Das Unternehmen erzielte einen Umsatz von 51,75 Mrd. USD. Pfizer konzentriert sich primär auf die Entwicklung und Produktion von verschreibungspflichtigen Medikamenten gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen des zentralen Nervensystems, Rheuma und Schmerzen, Infektionen und HIV-Erkrankungen, urogenitale Erkrankungen, Atemwegsbeschwerden, Augen- und Stoffwechselleiden sowie Krebserkrankungen. Bis zum Verkauf der Baby-nahrungssparte 2012 war Pfizer das größte Pharmaunternehmen der Welt.(Bild: Pfizer )
Auf Platz 2, mit einem Umsatz von 63,9 Mrd. USD (+ 7 Mrd.), steht die F. Hoffmann - La Roche AG. Das schweizerische Healthcare-Unternehmen engagiert sich aktiv für die Erforschung, Entwicklung und den Vertrieb neuartiger Gesundheitslösungen. Dabei ist Roche der welt-weit führende Anbieter von In-vitro-Diagnostika, von Arzneimitteln gegen Krebs und für die Transplantationsmedizin.(Bild: Roche )
Platz 1 geht wieder einmal an das US-amerikanische Unternehmen Johnson & Johnson. Die US-Amerikaner konnten 2019 einen Umsatz von 82,06 Mrd. USD erwirtschaften. Johnson & Johnson fertigt und vertreibt Gesundheitsprodukte und Pharmazeutika und gehört hier weltweit zu den größten Anbietern im Markt. Zum Portfolio gehören sowohl verschreibungspflichtige wie auch frei erhältliche Präparate, darunter Wirkstoffe gegen Pilz-infektionen, Wundsalben, Kosmetika, Augentropfen, Schmerzmittel und Kontaktlinsen.(Bild: Johnson&Johnson )