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Die maximale Etikettierleistung liegt bei 8.000 Produkte/h. (Bild: Multivac)

  • Die Pflichtangaben wachsen, die Packung tut es nicht: Beipackzettel stellen die Pharmaindustrie immer wieder vor Herausforderungen.
  • Ein Spezialist für Sekundärpackmittel in der Pharmaindustrie benötigte darum ein Etikettiersystem, das ihm eine hohe Flexibilität in der Produktion ermöglicht.
  • Darüber hinaus war die Netto-Laufleistung ein hartes Entscheidungskriterium – denn in der Branche der Lohndrucker wird knapp kalkuliert.

Als Bedienungsanleitungen haben Beipackzettel aber auch im Bereich der technischen Dokumentation ihren Einsatz. Jahr für Jahr müssen Hersteller aufgrund der gesetzlichen Vorgaben jedoch immer größere Textmengen in immer größerer Schrift abbilden – der Bedarf an bedruckbarer Fläche steigt. Deshalb sind heute aufwendige Falzungen oder auch Booklets erforderlich, damit es möglich ist, Packungsbeilagen und Gebrauchsinformationen in der Pharma- und Kosmetikindustrie in kleinen Faltschachteln unterzubringen.

Kompetenz im Digitaldruck

Das Unternehmen Pharmadrucker mit Sitz im hessischen Melsungen hat sich genau auf diese Anforderungen spezialisiert; 1994 war es eine der ersten deutschen Druckereien, die den Digitaldruck einführten und ihn bis heute betreiben. Spezialisiert ist der Betrieb auf den Dünndruck hochwertiger Beipackzettel, auf den Druck von Gebrauchsinformationen in Form von Booklets sowie auf die Herstellung von Faltschachteln und Etiketten für die Pharmaindustrie. Produktion wie auch Weiterverarbeitung und Kommissionierung erfolgen dabei unter Berücksichtigung aller relevanten Vorgaben durch die GMP und die FDA. „Pharmadruckprodukte, also Sekundärpackmittel, sind sowohl inhaltlich als auch formal höchst anspruchsvolle Produkte, deren Herstellung nur in die Hände von branchenerfahrenen Druckereien gehört“, erklärt Sebastian Härtig, Mitglied der Geschäftsleitung bei Pharmadrucker. Der Anspruch an die Qualität im Beipackzetteldruck und in der Weiterverarbeitung ist entsprechend hoch: Druck wie grafische Gestaltung unterliegen strengen Sicherheitsstandards. Neueste Maschinentechnologie und ein gut ausgebildetes Team, eine hundertprozentige Kamerakontrolle bei der Nutzung der Druckmaschinen, Falzmaschinen mit beidseitiger Barcodekontrolle – der Dienstleister überlässt nichts dem Zufall.

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Das menügesteuerte Grafikdisplay mit 9-Tasten-Folientastatur ist einfach zu bedienen. (Bild: Multivac)

Harte Entscheidungskriterien

Das eingesetzte Etikettiersystem stammt von Multivac Marking & Inspection. Seit vier Jahren kommt der Transportband-Etikettierer MR 393 flexibel in drei Falzlinien zum Einsatz, abhängig von der Auflage und der Produktionsart (Insert oder Outsert, Parallelfalz oder Kreuzbruch). Auf den Falzmaschinen kann der Anwender von einfachen ungefalzten über klassische, einfach gefalzte Beipackzettel bis hin zu Inserts mit Klebepunkt, Outserts mit Verschlussetikett sowie Booklets unterschiedliche Verarbeitungsvarianten realisieren. Härtig dazu: „Die Grundlagen zur Investitionsentscheidung beziehungsweise unsere Anforderungen insbesondere an die Qualität der bei uns eingesetzten Maschinen und Materialien sind in der Regel komplex und anspruchsvoll. Primär sprechen wir in diesem Fall über eine Kombination aus Etikettiersystem, Falzmaschine, Material der Etiketten und verwendetem Klebstoff. Die einzelnen Komponenten müssen aufeinander abgestimmt sein, damit beispielsweise die schmalen Etikettenbänder der Siegeletiketten trotz der hohen Zugkräfte nicht reißen. Aufgrund jahrzehntelanger Erfahrung und umfangreichem Knowhow kann der Lösungsanbieter eine solche Abstimmung realisieren und damit ein hohes Maß an Sicherheit und Produktivität ermöglichen – und liefert auch die passenden Siegeletiketten an den Drucker. „Für uns ist das natürlich ideal. Wir erhalten alle Komponenten aus einer Hand, auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten“, ergänzt Härtig.

Die Netto-Laufleistung zählt

Neben der Qualität und Integrierbarkeit spielte aber vor allem die Performance des Etikettiersystems eine wichtige Rolle. Harte Entscheidungskriterien waren laut Härtig „die Netto-Laufleistung in Kombination mit etwaigen Rüst- und Umbauzeiten. Wir kalkulieren knapp, um im Markt entsprechend attraktiv anbieten zu können.“ Das eingesetzte Etikettiersystem erfüllt diese Erwartungen laut Härtig: Die Maschinenverfügbarkeit sei hoch, das System weitgehend wartungsfrei. Den direkt an das Falzsystem angebundenen Transportband-Etikettierer entwickelte der Maschinenbauer speziell für gefalzte Papierprodukte. Er verschließt die offenen Papierkanten bei Beipackzetteln oder Booklets mit einem kleinen Siegeletikett, damit diese nicht aufspringen. So behalten sie ihre flache Form und werden erst durch den Verbraucher geöffnet. Die Übernahme der Falzprodukte erfolgt ohne Drehung direkt aus der Falzmaschine. Ein Transportsystem aus mehreren Riemen führt die Produkte mit der geschlossenen Seite voraus zur Etikettierstation. Hier bringt das System das Etikett zur Hälfte von oben auf der unverschlossenen Seite des Produktes auf und legt den überstehenden Teil während des Weitertransports mit einer angetriebenen Andrückeinrichtung u-förmig nach unten um. So sind die offenen Papierkanten verschlossen. Die Etiketten lassen sich auch bei hoher Geschwindigkeit exakt platzieren und selbst schmale Etikettenbänder sind äußerst reißfest.

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Arretierbare Lenkrollen machen das System bei Bedarf mobil. (Bild: Multivac)

Hohe Flexibilität und Leistung

Eine Spindelverstellung ermöglicht die kundenspezifische Anpassung der Arbeitshöhe des Etikettierers auf bis zu 970 mm. Durch arretierbare Lenkrollen lässt sich das Gerät vom Anwender verfahren und in verschiedenen Falzlinien flexibel einsetzen. Je nach Produkt und Etikett ist es möglich, eine Leistung bis 8.000 Produkte/h zu erreichen. Das Bedienen des menügesteuerten Grafikdisplays mit einer 9-Tasten-Folientastatur ist einfach und übersichtlich. Für den Lohndrucker zahlte sich die Investition in ein Etikettiersystem jedenfalls aus: Die Lösung hat sich laut Geschäftsleiter Härtig in den vergangenen Jahren stets bewährt. Und auch gegenüber künftigen Herausforderungen sieht er sich gewachsen: „Der Anteil an Produkten mit Verschlussetikett wächst bei uns stetig. In diesem Geschäftsfeld sehen wir noch sehr viel Potenzial – und eine sinnvolle Erweiterung unserer Leistungsfähigkeit im Markt.“

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