Global sinkende Nachfrage

MSD und Catalent kürzen Stellen in USA

Der US-Pharmakonzern MSD stutzt an einem seiner Flaggschiff-Standorte die Impfstoff-Produktion und entlässt 147 Mitarbeitende. Auch der Lohnhersteller Catalent kürzt nach rückläufigen Aufträgen die Belegschaft. 

Hand bedient Tablet mit visualisiertem DNA-Strang und Analyseoberfläche.

MSD hat entschieden, in einem Werk in Durham, North Carolina, die Produktion des Impfstoffes Gardasil einzustellen. Betroffen ist der Standort Old Oxford Road,  aufgrund von "weltweit sinkender Nachfrage am Produkt", wie es in der offiziellen Mitteilung des Konzerns heißt. Effektiv zum 1 Mai 2026 entfallen damit 147 Arbeitsplätze am Werk selbst sowie sieben weitere an anderen MSD-Standorten in Durham.

Erst vor rund einem Jahr, Anfang März 2025, hatte MSD in Durham einen Produktionskomplex in Durham eröffnet, der sich ganz auf die Produktion des HPV-Impfstoffes Gardasil konzentrieren sollte. In dieses Werk hatte der Konzern rund eine Milliarde US-Dollar an Investitionen gepumpt, der Komplex sollte 400 neue Arbeitsplätze bringen. Mittlerweile ist jedoch insbesondere der absatzstarke Markt in China für den Impfstoff praktisch zusammengebrochen. Gardasil war 2025 mit einem Umsatz von 5,2 Mrd. US-Dollar der zweitstärkste Umsatztreiber für MSD, was jedoch 39 % weniger war als noch im Jahr davor. Mit seinem Spitzenprodukt, dem Krebsmedikament Keytruda, steht MSD vor ähnlichen Herausforderungen, da dessen Patentschutz 2028 auslaufen wird.

Catalent setzt Entlassungen fort

Auch der Lohnhersteller Catalent kürzt Stellen in den USA und setzt damit eine bereits 2025 begonnene Serie von Entlassungen fort. Nun betroffen sind 93 Angestellte eines Werks für Gentherapien in Harmans, Maryland. Auch von mehr als 400 erfolgten Stellenkürzungen im vergangenenen Jahr war ein Großteil an diesem Standort erfolgt. Auslöser war unter anderem der Wegfall von Aufträgen eines namentlich nicht genannten Großkunden des Lohnherstellers.

Auch außerhalb der USA verringert Catalent seine Belegschaft: An einem Standort in Belgien, den das Unternehmen als sein "Europäisches Zentrum für Zelltherapie-Expertise" bezeichnet, müssen 150 Mitarbeitende gehen, ebenfalls wegen sinkender Produktion und Nachfrage. Catalent hatte erst 2024 den Besitzer gewechselt und wurde für 16,5 Mrd. US-Dollar von Novo Nordisk aufgekauft. Novo hat sich damit Produktionskapazitäten unter anderem für seine Diabetes- und Abnehm-Medikamente gesichert. Catalent bekräftigte jedoch, Gentherapien seien weiterhin wichtiger Bestandteil der Entwicklungs-Pipeline des Unternehmens.