Person in Schutzkleidung hält eine Erdkugel in der Hand und gibt ihr eine symbolische Injektion.

(Bild: rangizzz – Adobe Stock)

Die Entscheidung der FDA zur "Misch-Impfung", der sogenannten heterologen Immunisierung, beruht offenbar auf einer Studie der National Institutes of Health (NIH), wie unter anderem die New York Times berichtet. Die in der Studie mit 458 Freiwilligen erzielten Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Booster-Impfung insbesondere mit einem mRNA-Impfstoff effektiv ist: Bei Studienteilnehmern, die zuvor mit dem Johnson&Johnson-Impfstoff geimpft waren, nahm die Antikörper-Menge nach einer Auffrischung mit Biontech- oder Moderna-Vakzin 10 bis 20-fach stärker zu als nach einem Booster mit Impfstoff der ersten Impfung. Der Moderna-Impfstoff Spikevax schien dabei noch etwas wirksamer zu sein als Comirnaty von Biontech/Pfizer.

Gegen die heterologe Immunisierung spricht dem Entscheidungsgremium zufolge, dass der Zusamenhang zwischen Antikörper-Menge und tatsächlicher Wirksamkeit eines Impfstoffs noch nicht vollständig untersucht ist. Für zuverlässige Aussagen seien hier noch weitere Daten notwendig. Außerdem könne der Wechsel von einem Impfstoff auf den anderen für Unsicherheiten bei der Bevölkerung sorgen. Bei den US-Bürgern, für die eine Booster-Impfung in Frage kommt, scheint dies derzeit jedoch keine Rolle zu spielen: Berichten zufolge betrachtet die Bevölkerung die unterschiedlichen Impfstoffe in zunehmendem Maße als untereinander austauschbar.

Stiko empfiehlt Auffrischung für Risikogruppen

In der EU gibt es bislang keine einheitlichen Regeln zur Auffrischungsimpfung. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die Auffrischung für bestimmte Risikogruppen. Dazu gehören Über-70-Jährige, Personal von Krankenhäusern oder Pflege- und Altenheimen sowie Bewohner solcher Einrichtungen. Mit ihrer Empfehlung folgt die Stiko darüberhinaus einer ähnlichen Vorgehensweise wie die FDA: Sie empfiehlt die Booster-Impfung mit einem zugelassenen mRNA-Impfstoff, und zwar unabhängig davon, womit die erste Impfung erfolgt ist. Eine EU-Zulassung zur Auffrischung der Impfung hat bislang (Stand 20. Oktober 2021) nur der Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer. Für den Moderna-Impfstoff Spikevax ist diese Zulassung beantragt und soll noch im Oktober 2021 erfolgen.

Moderna bereitet sich generell bereits auf mögliche regelmäßige Covid-Impfungen vor, ähnlich der etablierten Grippe-Impfung. Zu diesem Zweck entwickelt der Pharmakonzern einen Grippe-Impfstoff auf mRNA-Basis. Dieser soll sich gemeinsam mit einer Covid-Schutzimpfung verabreichen lassen. Die ersten Versuche mit einer solchen Kombi-Impfung stimmen den Konzern optimistisch für diese Strategie.

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