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Produziert und gleich verpackt: Viele Lohnhersteller bieten einen Allround-Service inklusive Verpackung an.

| von Frank Hellerung, Business Development, Sternmaid
  • Die Anforderungen an Lohnhersteller und Lohnverpacker sind gestiegen: Auftraggeber zeigen zunehmend Bedarf an vollständigen Allround-Angeboten von der Rohstoffbeschaffung über die Herstellung bis zur Verpackung.
  • Die ausgelagerte Produktion erspart Kosten vor allem bei Verwaltung und Personal sowie Investitionen für Ausrüstung. Auftragshersteller ermöglichen außerdem flexibles Reagieren auf wechselhafte Marktsituationen.
  • Für die Lebensmittel- und Pharmabranche erfüllen viele Lohnhersteller die notwendigen Hygiene- und Transparenz-Vorgaben nicht nur in der Produktion, sondern auch im Verpackungsbereich.

 

Fast 90 % der Befragten einer von der European Co-Packers Association (ECPA) im Mai 2016 veröffentlichten Studie geben an, dass sie einen Komplettservice anbieten.

Die Anforderungen, insbesondere an die Qualität, sind laut drei Viertel der Co-Packer in den vergangenen Jahren deutlich anspruchsvoller geworden. Vom maschinellen Verpacken – beispielsweise mit Folientechnologie wie Schrumpfen, Sleeven oder Induktionssiegeln – über die Konfektionierung und das Etikettieren bis hin zu Logistik-Service, Rohwaren- und Packmittelbeschaffung oder einer Mindestbestandsverwaltung zur automatischen Warennachbestellung umfasst das Co-Packing vielfältige Aufgaben.

 

Einsparungen und andere Vorteile

Der größte Vorteil des Outsourcings besteht in der Zeit- und Kostenersparnis. Das beauftragende Unternehmen kann sich voll und ganz auf sein Kerngeschäft konzentrieren, beispielsweise auf Forschung und Entwicklung oder Marketing und Vertrieb. Kosten spart der Auftraggeber vor allem in der Administration und Arbeitsvorbereitung. Es entfallen unter anderem auch Ausrüstungs-, Schulungs- und Personalkosten sowie eigene Investitionen für Betriebsmittel. Durch den Fremdbezug können außerdem Vorteile bei Steuer und Cash-Flow entstehen. Aber auch schnelles Wachstum sowie ein Plus an Qualität und Know-how durch die Kooperation mit spezialisierten Co-Packern können Gründe für das Auslagern sein. Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel und schwieriger Verfügbarkeit von Zeitarbeitskräften können Dienstleister Bedarfsspitzen entschärfen oder die Basis für eine regelmäßige Versorgung sicherstellen. Entscheidend ist in jedem Fall eine weitsichtige Planung des Dienstleisters, denn der Kunde erwartet Flexibilität und Liefertreue. Selbst enge Terminvorgaben müssen zeitnah bei höchster Qualität bedient werden.

 

Wann ist Outsourcing sinnvoll?

Gerade für kleinere Firmen, Unternehmen ohne eigene Produktion oder Hersteller mit häufig wechselndem Portfolio rentiert es sich oft nicht, kostspielige Anlagen zu installieren oder Technologien und Prozesse kontinuierlich auf den neuesten Stand zu bringen. An diesem Punkt setzten Lohnhersteller und Co-Packer an. Abfüll- oder Verpackungsprozesse auszulagern, ist sinnvoll, wenn die eigenen Anlagen überlastet sind oder man schlichtweg nicht über die vom Auftraggeber geforderte Verpackungsmöglichkeit verfügt. Wenn ein Produzent zum Beispiel von einem Händler eine Lieferanfrage über eine besonders große Menge erhält, aber die eigenen Verpackungskapazitäten vollkommen ausgelastet sind, können Lohnverpacker solche Spitzen abfangen und die Ware unter den gewohnten Qualitätsstandards verpacken. Lieferengpässe werden so vermieden. Ein anderes Beispiel ist die Modernisierung einer Abfüllanlage, die längere Zeit in Anspruch nehmen wird. Während des Umbaus kann das Abfüllen ausgelagert werden. Oft werden aber auch komplette Produktschienen über einen längeren Zeitraum vom Co-Packer verpackt oder Markenprodukte zur Herstellung gänzlich an Lohnproduzenten outgesourct. Dazu ein Praxis-Beispiel: Ein neues Produkt soll auf den Markt gebracht werden, welches einen besonders empfindlichen Rezepturbestandteil enthält und deshalb unter Schutzatmosphäre verpackt werden muss. Im eigenen Haus gibt es dafür jedoch keine adäquate Möglichkeit. Das fertige Produkt kann zu einem Lohnverpacker geliefert und zum Beispiel auf einer Schlauchbeutelverpackungsanlage mit der passenden Schutzgas-Mischung verpackt werden.

 

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Wachsende Beliebtheit: Doypacks sind wiederverschließbar, verfügen über eine große Öffnung und lassen sich mit geringem Materialbedarf produzieren sowie standsicher präsentieren.(Bild: Sternmaid)

Die richtige Verpackung

Die Lebensmittelbranche ist die wichtigste Kernzielgruppe von Co-Packern. Laut ECPA-Umfrage sind knapp 30 % der Befragten hier aktiv. Das Know-how der Verpackungsdienstleister in diesem Sektor beschränkt sich nicht nur auf die Abfüllung der Produkte. Sie beraten den Auftraggeber auch hinsichtlich marktgerechter Verpackungslösungen und können aktuelle Trends aufzeigen. Im Endverbraucherbereich beispielsweise werden Doypack-Beutel dank ihrer praktischen Wiederverschließbarkeit zunehmend beliebter. Kunden schätzen die große Öffnung und den sichereren Stand im Regal bei geringem Einsatz von Verpackungsmaterial. Für den potenziellen Käufer sind Doypacks mit ihrem breiten Facing im Verkaufsregal zudem sehr gut wahrnehmbar. Vor allem Getränkepulver, pulvrige Diätdrinks und Nahrungsergänzungsmittel werden gerne in die vorkonfektionierten Standbodenbeutel oder 3- und 4-Rand-Siegelbeutel gefüllt.

Ansprechende Verpackungen sind ein wichtiges Erfolgskriterium für jedes Produkt im Handel. Die Verpackung muss auffallen, sich vom Wettbewerb abheben, praktisch und kostengünstig sein. Deshalb liegt der Fokus bei der Lohnverpackung nicht nur im Umfüllen und Portionieren, sondern auch in der richtigen Aufbereitung von Stück- und Schüttgut für den weiteren Vertrieb und Verkauf.

Lückenlose Qualitätssicherung

Sehr wichtig ist zudem die hygienische, sichere und schonende Handhabung aller Produkte. Vor allem sensible Güter wie Nahrungsergänzungsmittel, Lebensmittel oder Pharmazeutika unterliegen besonderen Auflagen. Ob es um die Sicherheit von Lebensmitteln beim Thema Allergen-Management geht oder um die Einhaltung der Guten Herstellungspraxis (GMP) bei Pharmaprodukten – wie in der eigenen Produktion zählt die Qualitätskontrolle auch beim Lohnhersteller zu den wichtigsten Kriterien. Heutzutage muss ein Unternehmen transparent sein, speziell im internationalen Wettbewerb. Denn es geht nicht nur um den Preis, sondern auch um die unternehmerische Qualität. Um diesen Punkt ausweisen zu können, müssen die internen Abläufe lückenlos dokumentiert sein. So gehören unter anderem auch die funktionierende Qualitätssicherung und die Aufbewahrung der Produkte in einem geeigneten Temperaturbereich zu den Anforderungen an den Dienstleister.

Fazit: Lohn- oder Auftragsherstellung sowie das klassische Co-Packing wird von immer mehr Unternehmen genutzt. Einer der Gründe dafür ist, dass Produktlebenszyklen zunehmend kürzer werden. Produkte müssen zum einen schneller zur Marktreife gelangen und zum anderen wechseln die Marktbedingungen sehr rasch. Spezialisierte Dienstleister bedienen die Nachfrage je nach Bedarf mit unterschiedlichen Verpackungslösungen und Gebindegrößen, während viele gerade größere Hersteller selbst oftmals nur deutlich langsamer auf sich ändernde Marktgegebenheiten reagieren können. Die Investition in neue Verpackungskonzepte gehört auch laut dem Markt-Report der ECPA zu den wichtigsten Strategien von Co-Packern: neben der Ausweitung von Dienstleistungen rücken beispielsweise auch kleinere Verpackungseinheiten für Singlehaushalte in den Fokus. Über die Zusammenarbeit mit Lohnherstellern und Co-Packern können Unternehmen somit schnell auf neue Trends am Markt reagieren.

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