Kalt-WFI-Technologie vereint Effizienz, Qualität und Nachhaltigkeit
Ein biopharmazeutisches Unternehmen hat seine bestehende Wasseraufbereitung grundlegend modernisiert. Im Fokus stand die Umstellung auf eine Kalt-WFI-Technologie, die Pharma-Wasserqualitäten ohne kontinuierliche thermische Prozesse ermöglicht.
Marion WolfMarionWolfPR & Öffentlichkeitsarbeit, Envirofalk
Herstellung von Water for Injection (WFI) mittels Umkehrosmose, Elektrodeionisation und Ultrafiltration gemäß Ph. Eur. und USPEnvirofalk
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Wasser ist in der pharmazeutischen Herstellung weit mehr als
ein Hilfsstoff. Als zentraler Inhaltsstoff beeinflusst es nahezu jeden
Prozessschritt, von der Produktsicherheit über die Prozessstabilität bis hin
zur Einhaltung strenger regulatorischer Vorgaben.
Für Polymun,
ein international tätiges biopharmazeutisches Unternehmen mit Sitz in Klosterneuburg
bei Wien, Österreich, ist eine zuverlässige und leistungsfähige
Wasseraufbereitung daher ein unverzichtbarer Bestandteil der technischen
Infrastruktur. Polymun entwickelt und produziert unter anderem komplexe
Wirkstoffformulierungen wie liposomale und Lipid‑Nanopartikel‑Systeme sowie biotechnologische
Arzneimittel und war bei der Herstellung des mRNA‑Impfstoffs Comirnaty von Biontech/Pfizer
beteiligt.
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Gleichzeitig gewinnt die Wasseraufbereitung über ihre
klassische Funktion hinaus an strategischer Bedeutung. Bei der Auslegung und
Modernisierung pharmazeutischer Anlagen stehen neben der Wasserqualität
zunehmend Aspekte der langfristigen Zukunftssicherheit im Fokus.
Vor diesem Hintergrund ergab sich bei Polymun der Bedarf,
die bestehende Wasseraufbereitung nicht nur technologisch zu modernisieren,
sondern sie auch hinsichtlich Kapazität und Energieeffizienz neu auszurichten,
um den steigenden Anforderungen an Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit
langfristig gerecht zu werden.
Ausgangssituation: Bewährt, mit neuem Entwicklungsbedarf
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Die bestehende Wasseraufbereitungsanlage aus dem Jahr 2011
erfüllte zwar weiterhin alle regulatorischen Anforderungen, zeigte jedoch
zunehmende Einschränkungen im Betrieb. Insbesondere Energieverbrauch,
Betriebskosten und die begrenzte Kapazität erwiesen sich als limitierende
Faktoren.
Zum Unternehmen: Polymun
Polymun ist ein
international tätiges biopharmazeutisches Unternehmen mit Sitz in Klosterneuburg
bei Wien. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung
komplexer biotechnologischer Arzneimittel sowie liposomale und Lipid‑Nanopartikel‑Formulierungen.
Polymun war unter anderem an der Herstellung des mRNA‑Impfstoffs Comirnaty von
Biontech/Pfizer beteiligt. Polymun betreibt eine moderne Produktions‑ und
Entwicklungsinfrastruktur und verfolgt konsequent höchste Qualitäts‑,
Nachhaltigkeits‑ und Effizienzstandards.
Die Anlage bestand aus einem Erzeuger für Purified Water
(PW) auf Basis von Umkehrosmose mit Elektrodeionisation (EDI) sowie einer thermischen
Destillation zur Erzeugung von Reinstdampf (RD) und Water for Injection (WFI).
Während Purified Water (PW) kalt erzeugt und gelagert wurde, erfolgte die WFI‑Erzeugung
thermisch mit anschließender Heißlagerung bei 80 °C. Der hierfür erforderliche Prozessdampf wurde gasbasiert
erzeugt.
Ziel: Mehr Leistung bei deutlich weniger Energie
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Dieses Anlagenkonzept war mit einem hohen Energiebedarf
verbunden und führte zu einer starken Abhängigkeit von fossilem Erdgas.
Gleichzeitig ließ die bestehende Auslegung wenig Spielraum für eine flexible
Kapazitätserweiterung oder eine nachhaltige Weiterentwicklung der
Infrastruktur. „Die Modernisierung der
Wasseraufbereitung verfolgte ein klares strategisches Ziel: fossiles Erdgas
konsequent durch Strom zu ersetzen, überwiegend aus erneuerbaren Quellen, wie
sie in Österreich verfügbar sind. Gleichzeitig wollten wir die Kapazität der Wasseraufbereitung
erweitern und die Produktion zukunftsfähig absichern“, erklärt Dietmar
Katinger, Geschäftsführer von Polymun.
Polymun ist auf die Entwicklung und Herstellung komplexer Wirkstoffformulierungen wie liposomale und Lipid Nanopartikel Systeme sowie biotechnologische Arzneimittel spezialisiert.Stephan Polzer
Vor diesem Hintergrund definierte Polymun eine klare
Zielsetzung: Die Produktionskapazitäten für Purified Water und Water
for Injection sollten nachhaltig erhöht und gleichzeitig der Energiebedarf
der Wasseraufbereitung signifikant reduziert werden. Zugleich sollte die
Wasseraufbereitung als integraler Bestandteil einer zukunftsorientierten,
resilienten Gesamtinfrastruktur neu ausgerichtet werden.
Kaltes WFI als Schlüssel zur Effizienz
Die neue, kalt arbeitende WFI‑Erzeugung basiert auf
fortschrittlichen Membranverfahren, die höchste Wasserqualitäten ohne
thermische Prozessschritte ermöglichen, mit Ausnahme der thermischen
Sanitisierung. Durch die Kombination aus Umkehrosmose, Elektrodeionisation und
Ultrafiltration kann Water for Injection entsprechend der gängigen Normen zum Beispiel Ph.
Eur. und USP ohne thermische Destillation hergestellt werden. Typische
Betriebswerte dieser Anlage liegen bei einem TOC im unteren ppb-Bereich sowie
einer Leitfähigkeit im Bereich von etwa 0,05 bis 0,10 µS/cm. Die Qualität des
erzeugten WFI wird durch kontinuierliches Online-Monitoring von Leitfähigkeit
und TOC sowie durch ergänzende mikrobiologische Kontrollen abgesichert.
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Der Verzicht auf kontinuierliche Dampferzeugung reduziert
die Komplexität der Anlage und den Energiebedarf. Polymun setzt darüber hinaus
auf elektrisch betriebene Reinstdampferzeugung, wodurch der Einsatz von
gasbetriebenem Prozessdampf entfällt.
Energieeffizienz, Unabhängigkeit und Zukunftssicherheit
Mit der neuen Wasseraufbereitung wurden bei Polymun Energieverbrauch
und Abhängigkeit von fossiler Energieversorgung reduziert. Während die
bisherige Anlage auf Prozessdampf aus einem gasbasierten Schwarzdampferzeuger
angewiesen war und damit auf Erdgas, das in Österreich zu einem großen Teil
importiert wird, setzt das neue Konzept konsequent auf Strom als primären
Energieträger.
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Da Strom in Österreich überwiegend aus erneuerbaren Quellen
gewonnen wird, verbessert diese Umstellung die energetische Effizienz und die
ökologische Bilanz der Wasseraufbereitung. Darüber hinaus investiert Polymun
gezielt in die eigene Energieerzeugung: Durch den Ausbau der Photovoltaikanlage
wird ein wachsender Teil des benötigten Stroms direkt vor Ort nachhaltig
erzeugt. Die Wasseraufbereitung profitiert somit nicht nur vom erneuerbaren
Strommix, sondern zunehmend auch von selbst erzeugter, erneuerbarer Energie.
Insgesamt reduziert Polymun damit seine Abhängigkeit von fossilen
Energieträgern und gewinnt weiter an Unabhängigkeit vom globalen Energiemarkt.
Ein wesentlicher Effizienzgewinn ergibt sich zudem aus der
Umstellung von heiß erzeugtem und bei 80 °C gelagertem WFI auf kaltes WFI. Die energieintensive Heißerzeugung und ‑lagerung entfällt
vollständig. Dadurch sinkt der Energiebedarf
signifikant unter Einhaltung der spezifizierten Grenzwerte für Leitfähigkeit,
TOC und mikrobiologische Parameter.
Insgesamt ermöglicht
die Umrüstung Einsparungen von rund 1 GWh
Gas pro Jahr. Die neue pharmazeutische Wasseraufbereitung ist dabei in
ein umfassendes Nachhaltigkeitskonzept eingebettet. Neben der bereits
installierten Photovoltaikanlage sind weitere Maßnahmen geplant, darunter der
Einsatz einer Wärmepumpe zur vollständigen Ablösung von Gas in der
Gebäudeheizung sowie Konzepte zur intelligenten Nutzung von Abwärme aus Heiz‑
und Kühlsystemen sowie aus klimatisierten (Rein‑)Räumen.
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Vor dem Hintergrund zunehmender Bedeutung von
Versorgungssicherheit und Energieautonomie zeigt Polymun, dass sich moderne
Wasseraufbereitung, nachhaltige Energieversorgung und langfristige
Produktionssicherheit technisch und wirtschaftlich sinnvoll miteinander
verbinden lassen.
Pharmawasseraufbereitung für biopharmazeutische Produktion.Envirofalk
Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit zwischen Polymun
und Envirofalk umgesetzt. Die Anforderungen waren komplex, da die neue Wasseraufbereitung
in bestehende Produktionsstrukturen integriert werden musste, ohne laufende
Prozesse zu beeinträchtigen. Für eine GMP-regulierte Umgebung sind die Planung,
Auslegung und Inbetriebnahme solcher Systeme besonders anspruchsvoll. Die
erfolgreiche Realisierung war nur durch eine präzise Abstimmung aller
Beteiligten möglich. Polymun legte besonderen Wert auf Qualität, Flexibilität
und technisches Fachwissen. Anforderungen, die seitens Envirofalk durch
langjährige Erfahrung im pharmazeutischen Umfeld erfüllt wurden.
Neben Energieeffizienz und Nachhaltigkeit stellte auch der
zeitliche Rahmen eine zentrale Herausforderung dar. Die Umrüstung der
Wasseraufbereitung durfte den laufenden pharmazeutischen Betrieb nur für ein
sehr eng begrenztes Zeitfenster beeinträchtigen. Planung, Vorfertigung,
Installation und Inbetriebnahme mussten daher exakt aufeinander abgestimmt
werden, um Stillstandszeiten auf ein Minimum zu reduzieren und die
Versorgungssicherheit jederzeit zu gewährleisten. „Wenn eine pharmazeutische Wasseraufbereitung unter extremem Zeitdruck
erneuert werden muss und die Produktion kaum stillstehen darf, zählt jede
Entscheidung. Solche Projekte gelingen nur durch präzise Ingenieursarbeit und
echte Partnerschaft“, betont Tobias Herrmann, Vertriebsingenieur von Envirofalk
Pharma Water Systems.
Mit der neuen Wasseraufbereitungsanlage hat Polymun die
Grundlage für zukünftige Entwicklungen gelegt. Die pharmazeutische
Wasseraufbereitung ist leistungsfähiger und energieeffizienter ausgelegt und
trägt wesentlich zur langfristigen Sicherstellung der Versorgung bei.
Gleichzeitig reduziert sie die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und
erhöht die Resilienz gegenüber volatilen Energiemärkten.
Entscheider-Facts
Das vorgestellte Projekt zeigt, wie sich technologische Innovation, Energieeffizienz und Produktionssicherheit erfolgreich verbinden lassen.
Bei unverändert hoher, regulatorisch geforderter Qualität steigert die Einführung der Kalt-WFI-Technologie signifikant die Effizienz der Wasseraufbereitung. Gleichzeitig unterstützt sie konsequent die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens.
Die Lösung wird sowohl aktuellen als auch zukünftigen Anforderungen gerecht und liefert ein überzeugendes Best-Practice-Beispiel für die biopharmazeutische Industrie.