Übernahme von Helvoet für 90 Mio. Euro

Kimball Electronics stößt durch Übernahme im CDMO-Markt nach Europa vor

Der in US-amerikanische Elektronikhersteller Kimball Electronics verstärkt seine Position im Bereich der Life-Sciences-Auftragsfertigung durch die Übernahme des niederländischen Unternehmens Helvoet Polymer Technologies.

Fotorealistische Szene in einem neutralen Logistik-/Distributionszentrum: Paletten mit unbranded weißen Kartons, daneben eine geöffnete Thermobox mit generischen Vials/Blisterpackungen ohne Aufdruck; im Hintergrund Fördertechnik und Lagerregale

Mit dieser Akquisition integriert das im US-Bundesstaat Indiana ansässige Unternehmen Kimball Produktionsstandorte in Tilburg (Niederlande) und Pune (Indien) in sein Netzwerk. Ziel der Übernahme ist es, Kimball als einen globalen Anbieter für medizinische Auftragsfertigung zu etablieren. Durch die neuen Standorte stärkt das Unternehmen seine Präsenz in Europa, sichert sich den Zugang zum indischen Markt und schafft Synergien für ein beschleunigtes Wachstum in den USA. Der Kaufpreis für das spezialisierte CDMO Helvoet beläuft sich auf 90 Mio. Euro (ca. 103 Mio. US-Dollar).

Spezialisierung auf Medizintechnik und Diagnostik

Helvoet, gegründet im Jahr 1939, ist auf die Verarbeitung von Polymeren und Elastomeren mittels Spritzgussverfahren spezialisiert. Die Kernkompetenzen liegen in den Bereichen Mikrofluidik, Diagnostik und Drug-Delivery-Systeme. Im Jahr 2025 erwirtschaftete Helvoet einen Umsatz von rund 56 Mio. US-Dollar, wobei mehr als 70 % auf Kunden aus dem medizinischen Bereich entfielen.

Das bestehende Führungsteam von Helvoet, einschließlich CEO Eveline Hogenkamp, soll die Geschäfte weiterhin leiten. Hogenkamp sieht in Kimball den idealen Partner, um durch dessen bestehende Infrastruktur in Indianapolis komplexere Programme für den US-Markt zu gewinnen. Kimball erwartet, dass die Übernahme bereits im nächsten Jahr Früchte tragen wird. Das Unternehmen prognostiziert durch den Zusammenschluss eine Steigerung des Umsatzes im Medizinsegment im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Kimball selbst betreibt bereits eine moderne Biopharma-Fertigungsstätte in Indianapolis, die Dienstleistungen von der Produktentwicklung bis hin zur Sterilverpackung und Kühlkettenlogistik anbietet.