Firmenzentrale von Thyssenkrupp

Firmenzentrale von Thyssenkrupp in Essen. (Bild: Thyssenkrupp)

Die Anlage dient der Feststoffextraktion zur Herstellung von medizinischen Produkten. SFE steht für Supercritical Fluid Extraction. Als Lösungsmittel wird überkritisches CO2 verwendet – ein sauberes, nicht-toxisches Verfahren zur Herstellung von hochwertigen Produkten, die frei von Lösungsmittelrückständen sind. Damit eignet sich diese Technologie für Anwendungen mit hohen Anforderungen an die Produktqualität, wie es beispielsweise in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie, aber auch bei der Herstellung von bio-zertifizierten Materialien gegeben ist.

Die Anlage soll nicht nur zur Produktion verwendet werden, was vornehmlich die Feststoffextraktion umfasst, sondern auch für Pilotversuche in der Flüssigextraktion zum Einsatz kommen. Die Lieferung, die von Thyssenkrupp Uhde High Pressure Technologies durchgeführt wird, umfasst die vormontierte Anlage, sowie eine Aufstellungs- und Inbetriebnahmeunterstützung vor Ort.

Die Anlage umfasst Extraktoren zur Feststoffextraktion, eine Kolonne zur Extraktion von Flüssigkeiten, Separatoren, einen Arbeitstank, Wärmetauscher, eine CO2-Pumpe, eine Co-Solvent-Pumpe und eine Feed-Pumpe. Die Fertigung der Hauptkomponenten sowie die Vormontage der Anlage in Modulen wird in Hagen stattfinden. Diese Vormontage soll einen schnellen Start der Inbetriebnahme nach der Lieferung ermöglichen.

Während für die Herstellung von Extrakten für Lebensmittelanwendungen und chemischen Produkte Standardausrüstungen für die Extraktion unter überkritischen Bedingungen geeignet sind, gelten in der pharmazeutischen Industrie höhere Anforderungen an Materialien, Oberflächen, die Vermeidung von Toträumen, Reinigungsfähigkeit, Prozesskontrolle, Qualifizierung, Dokumentation und so weiter. Zu den technischen Lösungen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden, gehören beispielsweise hygienegerechte Hochdruck-Formstücke und Armaturen, speziell modifizierte Systeme wie ein Klammerschnellverschluss für Hochdruckbehälter und qualitätsorientierte Fertigungsverfahren wie beispielsweise das Orbitalschweißen von Rohren. Das Design, die Fertigung und die Dokumentation der Anlagen erfolgen nach den Empfehlungen der Good Manufacturing Practice (cGMP) – der guten Herstellungspraxis.

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